Entkernung allgemein
Die vier Arten und was jeweils stehen bleibt.
Alles raus bis auf den Rohbau – von Hand, Raum für Raum. Mit Schutzwand vor der Tür und besenreiner Übergabe – damit das nächste Gewerk sofort anfangen kann.
Meistens steht eine Kernsanierung an. Der Grundriss soll anders werden, das Bad an eine neue Stelle, die Leitungen sind aus den Sechzigern. Dann muss erst alles heraus, bevor jemand neu planen kann.
Die drei Anlässe, mit denen Kunden zu uns kommen:
Der Unterschied zur allgemeinen Entkernung liegt weniger im Handwerk als in der Umgebung: Eine Wohnung liegt mitten in einem bewohnten Haus. Das bestimmt Ablauf, Zeiten und Schutzmaßnahmen.
Bei einer Wohnungsentkernung ist der Rückbau der leichte Teil. Die eigentliche Arbeit ist, dass das Haus davon möglichst wenig merkt.
An Werktagen zwischen 7 und 20 Uhr ist Baulärm in Berlin zulässig. Wir fangen trotzdem selten vor 8 Uhr an und machen mittags Pause – nicht weil wir müssten, sondern weil eine Hausgemeinschaft lange nachträgt.
Sonntags wird nicht gearbeitet. An Samstagen nur, wenn es der Termin verlangt und im Haus Bescheid gesagt wurde.
So arbeiten wirEin Aushang im Treppenhaus zwei Tage vorher wirkt mehr als jede Erklärung hinterher.
In einer Altbauwohnung liegen oft drei bis vier Bodenschichten übereinander – jede aus einem anderen Jahrzehnt.
Ganz oben Linoleum oder Teppich aus den Neunzigern. Darunter Parkett aus der Nachkriegszeit. Darunter der Blindboden, darunter die Holzbalken mit Schüttung dazwischen – Sand, Schlacke oder Lehm, je nach Baujahr.
Diese Schüttung ist der Punkt, den fast alle unterschätzen. Sie wiegt erheblich, staubt extrem und muss trocken ausgetragen werden. Fehlt sie im Angebot, stimmt die Menge nicht.
Ähnlich ist es bei Wänden: Was aussieht wie Mauerwerk, ist im Altbau oft Rabitz – Putz auf Drahtgeflecht. Das kommt leichter heraus als Ziegel, hinterlässt aber Drahtreste, die getrennt entsorgt werden müssen.
Deshalb öffnen wir bei der Besichtigung an einer unauffälligen Stelle den Boden. Zehn Minuten, die den Preis verlässlich machen.
Aus einer Dreizimmerwohnung mit 75 Quadratmetern fallen je nach Bodenaufbau 12 bis 18 Kubikmeter Material an.
Getrennt wird schon in der Wohnung, nicht erst im Container:
⚠️ Häufiger Irrtum: Gipskarton gehört nicht in den Bauschuttcontainer. Bauschutt ist mineralisch. Gipsplatten zählen wegen ihrer Papierschicht zum Baumischabfall. Kommt beides in dieselbe Mulde, gilt der teurere Preis für die ganze Menge.
Mehr dazu unter Entsorgung und Container.
In jeder Wohnung gibt es zwei Räume, die mehr Zeit kosten als alle anderen zusammen – und es sind immer dieselben.
Fliesen vom Boden bis zur Decke, oft in mehreren Lagen übereinander. Wer in den Achtzigern über die alten Fliesen neu gefliest hat, hinterlässt heute einen Aufbau von mehreren Zentimetern.
Darunter kommt meist ein Dickbettmörtel zum Vorschein, der fest mit dem Untergrund verbunden ist. Dazu Wanne, Waschtisch, WC und die Rohre in der Wand – im Altbau häufig noch verzinkter Stahl, der beim Trennen zäh ist.
Weniger Fliesen, dafür mehr Technik: Anschlüsse für Wasser, Abwasser, Gas und Starkstrom, oft von mehreren Umbauten übereinander gelegt. Häufig findet sich hinter der Einbauküche ein alter Kaminanschluss, der zugemauert wurde.
Beide Räume gehen zuerst an die Reihe, weil dort der meiste Bauschutt entsteht und der Container am schnellsten voll wird. Mehr dazu unter Fliesen entfernen.
Eine Entkernung folgt einer festen Reihenfolge. Wer sie umdreht, arbeitet doppelt.
Die Installationen laufen quer dazu mit: Erst wenn Wasser und Strom freigeschaltet und die Leitungen gekappt sind, kann gefahrlos gearbeitet werden. Das ist der einzige Schritt, den wir nicht selbst machen – dafür braucht es einen Elektriker und einen Installateur.
Sagen Sie uns rechtzeitig Bescheid, wenn diese Freischaltung noch nicht erfolgt ist. Wir können dann den Termin so legen, dass niemand wartet.
Der Abschluss ist mehr als Fegen. Die Rohdecke wird abgesaugt, die Staubschutzwand abgebaut, das Treppenhaus gereinigt und der Container abgeholt.
Dann gehen wir gemeinsam durch die leere Wohnung. Sie sehen, was übrig geblieben ist – freigelegte Leitungen, die Balkenlage, den Zustand der tragenden Wände. Das ist der Moment, in dem sich Dinge zeigen, die vorher niemand sehen konnte. Falls uns etwas auffällt, sagen wir es Ihnen, bevor der nächste Handwerker kommt.
Oben das Zimmer, wie wir es übernommen haben. Darunter, wie wir es übergeben haben. Dazwischen liegen Dielen, Tapete, Verkleidung und alles, was an den Wänden hing.
Was auf dem zweiten Bild fehlt, ist so wichtig wie das, was übrig ist: kein Schutt in der Ecke, keine Reste an den Anschlüssen, keine angeschlagenen Fensterrahmen.
Ja, und zwar früh. Die meisten Verwaltungen wollen den Zeitraum kennen und wissen, wer verantwortlich ist. Bei einer Eigentümergemeinschaft kann außerdem ein Beschluss nötig sein, wenn Gemeinschaftseigentum berührt wird – etwa Leitungen in tragenden Wänden.
Wenn einer da ist, nutzen wir ihn für den Abtransport – mit Schutzverkleidung. Manche Verwaltungen untersagen das. Dann geht es über die Treppe, was den Zeitaufwand erhöht und in den Preis einfließt.
In Säcken über die Treppe oder mit einem Bauaufzug am Fenster, wenn die Fläche vor dem Haus das zulässt. Für den Container auf der Straße braucht es in Berlin eine Sondernutzungserlaubnis vom Bezirksamt – die beantragen wir mit einigen Tagen Vorlauf.
In der Nachbarwohnung ja, in der betroffenen Wohnung nicht. Mit Staubschutzwand bleibt der Dreck dort, wo gearbeitet wird. Der Lärm allerdings nicht – damit muss das Haus für die Dauer der Arbeiten leben.
Was bleiben soll, sagen Sie uns vorher. Stuck, Kastenfenster, Türblätter, Dielen – all das wird abgeklebt und geschützt, bevor irgendetwas herausgenommen wird.
Im Berliner Altbau ist das die Regel, nicht die Ausnahme. Vieles davon ist nicht ersetzbar.
Das hängt an Fläche, Bodenaufbau, Etage und Zugang. Den Preis nennen wir schriftlich nach der kostenlosen Besichtigung – mit Rückbau, Container, Abfuhr und Entsorgungsnachweis. Was wir gesehen haben, wird nicht nachberechnet.
Wir öffnen den Boden an einer Stelle, schauen hinter eine Wand – und wissen, was zu tun ist.
Die vier Arten und was jeweils stehen bleibt.
Wenn nur der Bodenaufbau herausmuss.
Bad und Küche zuerst – meist der schmutzigste Teil.
Oft im selben Zug, wenn ohnehin ein Container steht.