Entsorgung und Container
Sortenrein getrennt statt alles in eine Mulde. Das ist nicht nur besser für die Stadt – es kostet Sie weniger. Container, Abfuhr und Nachweis laufen über uns.
Warum getrennter Abfall billiger ist
Entsorger rechnen nach Abfallart ab. Reiner Bauschutt kostet in der Entsorgung am wenigsten – er wird gebrochen und als Recyclingmaterial wiederverwendet.
Baumischabfall ist deutlich teurer. Er muss aufwendig nachsortiert oder verbrannt werden. Und hier liegt der Punkt, den viele unterschätzen:
Eine einzige Gipskartonplatte im Bauschuttcontainer macht aus der ganzen Mulde Baumischabfall. Nicht die Platte wird teurer – die gesamte Ladung.So rechnen Entsorger ab
Deshalb trennen wir schon in der Wohnung, nicht erst unten am Container. Was in welchen Behälter kommt, ist keine Fleißaufgabe, sondern der Unterschied zwischen zwei Rechnungen.
Die vier Fraktionen bei uns
- Bauschutt – mineralisch: Beton, Ziegel, Fliesen, Estrich, Putz, Mörtel, Keramik
- Holz – Dielen, Balken, Türen, Zargen, Einbauten (behandelt und unbehandelt getrennt)
- Metall – Heizkörper, Rohre, Drahtgeflecht, Beschläge. Bringt oft sogar Erlös statt Kosten
- Baumischabfall – Gipskarton, Dämmung, Folien, Teppich, Tapeten, Kunststoffe
Was nicht in den Bauschutt gehört
Diese vier Materialien landen am häufigsten im falschen Container – und machen die ganze Mulde teuer.
Gipskarton
Sieht mineralisch aus, ist es aber nicht. Die Papierschicht macht ihn zum Baumischabfall. Der häufigste und teuerste Fehler.
Dämmung
Mineralwolle, Styropor, Trittschallfolie – alles eigene Fraktionen. Bei schwimmendem Estrich kommt das automatisch mit heraus.
Bitumen und Teerpappe
Kann Teeröl enthalten und gilt dann als gefährlicher Abfall. Nie einfach mit in den Bauschutt.
Alles mit Schadstoffverdacht
Asbesthaltiges Material, alte Bodenkleber, künstliche Mineralfasern vor 1996 – eigener Weg, eigene Nachweise.
Mineralwolle geht in Säcke, nicht in die Mulde
Alte Dämmwolle staubt beim Anfassen. Sie kommt deshalb direkt an der Abbruchstelle in Gewebesäcke, die verschlossen werden, bevor sie das Gebäude verlassen. Erst draußen werden sie gesammelt und getrennt abgeholt.
Das ist mehr Arbeit als Zusammenschieben. Dafür bleibt der Bauschutt sauber. Eine Mulde, in der einmal Fasern liegen, ist keine Bauschuttmulde mehr, sondern Mischabfall – und der wird deutlich teurer abgerechnet.
Warum die Stellgenehmigung Vorlauf braucht
Steht der Container auf Privatgrund, ist es einfach. Steht er auf der Straße oder dem Gehweg – in Berlin fast immer –, braucht es eine Erlaubnis.
Diese Sondernutzungserlaubnis wird beim jeweiligen Bezirksamt beantragt. Zwölf Bezirke, zwölf Ämter, unterschiedliche Bearbeitungszeiten. Einige Tage Vorlauf sollten Sie einplanen, in Innenstadtlagen eher mehr.
Kommt der Container ohne Erlaubnis, kann das teuer werden – und im schlimmsten Fall wird er abgeschleppt, bevor er voll ist.
Wir übernehmen das mit. Antrag, Absperrung, Beschilderung und die Abstimmung mit dem Amt gehören zum Auftrag, nicht zu Ihren Aufgaben.
Was noch dazukommt
- Halteverbot einrichten, wenn Parkplätze weichen müssen
- Nachbarn informieren, besonders in engen Kiezstraßen
- Standzeit kurz halten – je länger, desto teurer und lästiger
Absetzer oder Abroller
Es gibt zwei Bauarten, und die Wahl entscheidet oft darüber, ob der Container überhaupt an die Stelle kommt, an der er gebraucht wird.
- Absetzcontainer werden mit zwei Armen seitlich abgesetzt. Sie stehen in engen Höfen und Einfahrten, wo sonst nichts hinpasst – dafür fassen sie weniger.
- Abrollcontainer werden über die Heckrolle abgekippt. Sie fassen deutlich mehr, brauchen aber geraden Anfahrtsweg und Platz hinter dem Fahrzeug.
Im Hinterhof in Neukölln steht ein Absetzer, an der Halle im Gewerbegebiet ein Abroller. Bei der Besichtigung schauen wir deshalb nicht nur auf die Menge, sondern auch auf die Zufahrt, die Einfahrtshöhe und den Wendekreis.
Was am Abkippen hängt
Beim Entsorger wird jede Lieferung angesehen. Passt der Inhalt nicht zur angemeldeten Abfallart, wird sie hochgestuft – und dann gilt der höhere Preis für die gesamte Mulde, nicht für den Teil, der stört.
Das ist der Grund, warum wir schon oben in der Wohnung trennen statt unten am Container zu sortieren. Was einmal zusammen in der Mulde liegt, lässt sich nicht mehr auseinanderrechnen.
Was Sie am Ende in der Hand haben
Nach Abschluss bekommen Sie die Entsorgungsnachweise. Nicht als Beiwerk, sondern weil Sie sie brauchen können.
- Die Hausverwaltung fragt danach, wenn Gemeinschaftsflächen betroffen waren
- Die Eigentümergemeinschaft will bei größeren Maßnahmen wissen, wohin das Material ging
- Das Bauamt verlangt Nachweise bei genehmigungspflichtigen Vorhaben
- Ihre Versicherung braucht sie nach einem Brand- oder Wasserschaden
- Sie selbst – als Beleg, dass ordnungsgemäß entsorgt wurde
Bei Materialien mit Schadstoffverdacht kommt der behördliche Entsorgungsnachweis dazu. Der ist keine Formalie: Wer asbesthaltiges Material falsch entsorgt, haftet dafür – auch Jahre später.
Wohin Ihr Bauschutt tatsächlich geht
Bauschutt landet nicht auf einer Halde. Er wird gebrochen, gesiebt und kommt als Recyclingmaterial zurück in den Bau – als Tragschicht unter Straßen, als Verfüllmaterial, als Zuschlag für neuen Beton.
Das ist der Grund für den niedrigen Preis: Reiner Bauschutt ist kein Abfall, sondern ein Rohstoff. Der Aufbereiter verdient daran, wenn er ihn weiterverkauft – deshalb nimmt er ihn fast umsonst an.
Sobald Fremdstoffe dazwischen sind, kippt die Rechnung. Gips reagiert mit Zement und macht das Recyclingmaterial unbrauchbar. Deshalb ist genau diese eine Platte im Container so teuer: Sie entwertet die ganze Ladung.
Was aus den vier Fraktionen wird
- Bauschutt → gebrochen zu Recyclingschotter für den Straßen- und Tiefbau
- Holz → je nach Behandlung Spanplatte oder Energieholz
- Metall → eingeschmolzen, praktisch verlustfrei wiederverwertbar
- Baumischabfall → aufwendig nachsortiert, der Rest verbrannt
Wer trennt, sorgt also nicht nur für eine kleinere Rechnung. Er sorgt dafür, dass aus einer Berliner Altbauwand wieder Baumaterial wird statt Rauch.
Was die einzelnen Fraktionen in Berlin und Brandenburg tatsächlich kosten, haben wir aus den amtlichen Gebührensatzungen zusammengetragen: Was kostet es, Bauschutt zu entsorgen?
Der sauberste Container ist der, den man gar nicht braucht.
So arbeiten wir
Beim Präzisionsrückbau entsteht weniger Abfall als beim Abriss mit schwerem Gerät. Was stehen bleiben kann, bleibt stehen – und muss dann weder bezahlt noch gefahren noch entsorgt werden.
Das ist der Teil unserer Arbeit, den man auf keiner Rechnung sieht: die Kubikmeter, die gar nicht erst anfallen.
Bauabfall ist nicht Sperrmüll
Zwei Dinge werden häufig verwechselt, weil beides „weg muss“ – sie folgen aber ganz verschiedenen Wegen.
Bauabfall
Alles, was fest verbaut war: Estrich, Fliesen, Wände, Rohre, Türen, Bodenbeläge. Das ist unser Feld, und es geht in die vier Fraktionen oben.
Sperrmüll und Hausrat
Möbel, Kleidung, Geschirr, Elektrogeräte, alles Bewegliche. Rechtlich ist das kein Bauabfall, sondern Siedlungsabfall – mit eigenen Regeln, eigenen Annahmestellen und eigenen Preisen.
Elektrogeräte sind noch einmal ein Fall für sich. Sie dürfen nach dem Elektrogesetz nicht in den normalen Abfall, sondern gehören zu einer Sammelstelle. Kühlgeräte enthalten zusätzlich Kältemittel und müssen gesondert behandelt werden.
Wenn in einer Wohnung beides ansteht – die alte Einrichtung raus und danach der Rückbau –, sagen Sie es bei der Besichtigung. Wir planen dann beides in einem Zug, statt dass Sie zwei Firmen an zwei Terminen brauchen.
Ein Hinweis noch: Bei einer geerbten Wohnung lohnt ein Durchgang, bevor wir kommen. Viele Möbel, Bücher und Werkzeuge finden über Kleinanzeigen oder Sozialkaufhäuser einen neuen Platz. Das spart Entsorgungskosten und ist allemal besser, als alles in die Mulde zu werfen.
Zwei Dinge, die niemals in den Container dürfen
Farb- und Lackreste gelten als gefährlicher Abfall, auch in kleinen Mengen. Sie gehören zur Schadstoffsammelstelle, nicht in den Bauschutt. Ausgehärtete Farbe in der Dose ist unproblematisch, flüssige nicht.
Leuchtstoffröhren und Energiesparlampen enthalten Quecksilber. Beim Rückbau abgehängter Decken kommen sie fast immer in größerer Zahl zum Vorschein. Wir nehmen sie getrennt mit – zerbrochen im Container wären sie ein Problem für alle, die danach damit arbeiten.
Was von einer Baustelle herunterkommt
-
Getrennt
Getrennt wird oben in der Wohnung, nicht unten am Container. -
Mineralisch
Beton, Ziegel, Fliesen: mineralisch und gut zu verwerten. -
Dämmung
Mineralwolle geht gesackt und verschlossen weg, nie in die Mulde. -
Abtransport
In der Halle übernimmt der Stapler den Weg nach draußen. -
Container
Der Container steht, wo die Zufahrt es zulässt.
Häufige Fragen zur Entsorgung
Ist die Entsorgung im Preis enthalten?
Ja. Im Preis stecken Rückbau, Container, Abfuhr und die Nachweise. Das ist genau der Punkt, an dem sonst Nachträge entstehen – deshalb ist er bei uns Teil des Angebots.
Wie viele Container brauche ich?
Aus einer Dreizimmerwohnung mit 75 Quadratmetern fallen bei einer Entkernung 12 bis 18 Kubikmeter an – zwei bis drei Container. Beim Estrich allein ist es weniger Volumen, aber deutlich mehr Gewicht.
Kann ich den Container auch selbst bestellen?
Können Sie. Achten Sie dann auf zwei Dinge: die Stellgenehmigung und die richtige Abfallart. Landet Gipskarton im Bauschuttcontainer, wird die ganze Mulde als Baumischabfall abgerechnet.
Was passiert mit dem Metall?
Heizkörper, Rohre und Beschläge gehen zum Schrotthändler. Metall hat einen Wert – das rechnen wir gegen, statt es als Abfall zu berechnen.
Wie lange darf der Container stehen?
Das legt die Sondernutzungserlaubnis fest, meist wenige Tage. Wir planen so, dass er kommt, wenn gearbeitet wird, und geht, sobald er voll ist. Jeder Standtag kostet – und nimmt der Nachbarschaft einen Parkplatz.
Was ist mit Sperrmüll aus der Wohnung?
Möbel, Hausrat und Elektrogeräte sind kein Bauabfall, sondern eine eigene Sache. Wenn beides ansteht, sagen Sie es bei der Besichtigung – dann planen wir es mit ein, statt dass Sie zweimal jemanden brauchen.
Sie müssen sich um nichts kümmern
Wir sagen Ihnen, welcher Container für Ihr Objekt der richtige ist, kümmern uns um Bestellung und Genehmigung und trennen so, dass die Abfuhr am Ende weniger kostet.