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DEMIUS – Abriss und Demontage, Berlin Termin holen

Was kostet es, Bauschutt zu entsorgen?

Sorten­reiner Bauschutt kostet in Berlin und Brandenburg zwischen 60 und 90 Euro je Tonne. Gemischter Bauabfall kostet 200 bis 310 Euro. Derselbe Container, dreimal so teuer – nur weil Holz und Reststoffe mit drin liegen.

Bauschutt in Mörtelwannen sortiert auf einer Baustelle in Neukölln
Getrennt schon in der Wohnung, nicht erst im Container. Das ist der Unterschied zwischen 63 und 197 Euro je Tonne.
Stand September 2026

Die Zahlen, die wirklich gelten

Im Netz kursieren Richtwerte von 15 bis 30 Euro je Tonne. Für Berlin sind die falsch. Wer damit rechnet, verkalkuliert sich.

Die folgenden Zahlen stammen aus amtlichen Gebührensatzungen und veröffentlichten Preislisten. Gebührensatzungen sind öffentlich-rechtlich und enthalten keinen Gewinn­aufschlag – sie zeigen, was Entsorgung tatsächlich kostet.

Bauschutt, sortenrein

Beton, Ziegel, Fliesen, Keramik – ohne Holz, ohne Folie, ohne Dämmung. Abfall­schlüssel 17 01 07.

  • 60 €/t – Landkreis Oberhavel
  • 63 €/t – Recycling­höfe Ludwigsfelde, Luckenwalde, Niederlehme
  • 72,78 €/t – Umschlag­station Rüdersdorf, Märkisch-Oderland
  • 85,00 €/t – Recycling­platz Köpenicker Chaussee, Berlin
  • 89,62 €/t – Landkreis Potsdam-Mittelmark

Gemischter Bauabfall

Sobald Holz, Kunststoff, Dämmung oder Tapeten­reste dazwischen liegen, wird aus Bauschutt Bau­mischabfall. Abfall­schlüssel 17 09 04.

  • 197,00 €/t – Recycling­höfe Ludwigsfelde, Luckenwalde, Niederlehme
  • 245,88 €/t – Märkisch-Oderland
  • 309,92 €/t – Potsdam-Mittelmark

Was die einzelnen Fraktionen kosten

  • Beton, rein – ab 39 €/t
  • Beton mit Bewehrung – ab 49 €/t
  • Boden und Steine – ab etwa 40 €/t
  • Bau- und Abbruchholz – ab 46 €/t
  • Gipskarton – 92 bis 192 €/t
  • Mineral­wolle – 44 € je Kubikmeter
  • Styropor – 100 € je Kubikmeter
  • Sperrmüll – rund 200 €/t
  • Teerpappe – bis 550 €/t

Besonders auffällig ist Gipskarton: Je nach Anlage liegt der Preis zwischen 92 und 192 Euro. Mehr als das Doppelte, für dasselbe Material. Bei größeren Mengen lohnt der Vergleich.

Ein Rechenbeispiel

Eine Altbau­wohnung mit 70 Quadrat­metern wird entkernt. Bad, Küche, Tapeten, Bodenaufbau. Dabei fallen rund 12 Tonnen Material an.

Alles in einen Container:
12 t Bau­mischabfall × 197 € = 2.364 €

Getrennt:
8 t Bauschutt × 63 € = 504 €
2 t Holz × 46 € = 92 €
2 t Rest als Mischabfall × 197 € = 394 €
zusammen 990 €

Unterschied: 1.374 Euro. Auf einer einzigen Wohnung.

Dazu kommt, was das Metall einbringt. Heizkörper, Rohre, Kabel und Bewehrungs­eisen sind kein Abfall, sondern Schrott mit Wert. Wer sie im Misch­container entsorgt, zahlt doppelt: einmal für die Entsorgung und einmal, weil der Erlös ausbleibt.

Die Zuschläge, an denen es kippt

Nicht nur die Fraktion entscheidet. Es gibt Zuschläge, die aus einem günstigen Preis einen teuren machen:

  • Störstoffe im Bauschutt: plus 15 €/t. Aus 63 werden 78. Schon eine Folie oder ein Stück Dämmung reicht.
  • Brocken über 30 Zentimeter: plus 15 €/t. Vorher kleiner machen zahlt sich aus.
  • Bewehrungs­eisen im Beton: plus 10 €/t.
  • Erdanhaftungen: plus 21 €/t bei Beton.
  • Gefährliche Stoffe: 184 €/t statt 63. Fast das Dreifache.
  • Mindest­mengen: Viele Anlagen berechnen einen Mindest­betrag von 20 bis 45 Euro je Anlieferung. Zwei halbe Fuhren kosten mehr als eine volle.

Warum die Preise in Berlin höher sind als anderswo

Berlin hat kaum noch eigene Deponien

Mineralische Abfälle aus Berlin werden überwiegend in Brandenburg abgelagert. Jeder Kilometer Transport steckt im Preis. Bundesweit erreichen bis 2032 etwa 547 von rund 1.000 Deponien das Ende ihrer Laufzeit, die verfügbare Kapazität sinkt um fast ein Drittel.

Die Ersatzbaustoffverordnung

Seit dem 1. August 2023 gelten neue Material­klassen. Aus den alten Bezeichnungen Z0 bis Z2 wurden BM-0 bis BM-F3. Die Folge sind mehr Labor­analysen und mehr Dokumentation – und dadurch landet Material auf der Deponie, das früher verwertet wurde.

Altholz ist begehrt geworden

Heizkraftwerke konkurrieren um Altholz. Unbehandeltes Altholz bringt derzeit rund 30 Euro je Tonne im Ankauf. Sauberes Holz der Klassen A I bis A III ist deshalb kein Abfall mehr, sondern Ware.

Welcher Container für welche Menge?

Die Container­größe wird in Kubikmetern angegeben, abgerechnet wird aber nach Gewicht. Das führt regelmäßig zu Überraschungen, weil Bauschutt sehr schwer ist.

  • Ein Kubikmeter Bauschutt wiegt 1,5 bis 1,8 Tonnen. Ein voller 7-Kubikmeter-Container bringt also gut zehn Tonnen auf die Waage.
  • Ein Kubikmeter Bau­mischabfall wiegt dagegen nur 0,2 bis 0,4 Tonnen, weil Holz und Dämmung leicht sind.
  • Bodenaushub liegt bei etwa 1,8 Tonnen je Kubikmeter, lehmiger Boden noch darüber.

Deshalb gibt es für schweren Bauschutt meist nur kleine Mulden von drei bis fünf Kubikmetern. Wer eine große Mulde mit Beton füllt, bekommt sie nicht mehr vom Hof – das zulässige Gesamt­gewicht des Lastwagens ist vorher erreicht.

Wo darf der Container stehen?

Auf dem eigenen Grundstück jederzeit. Auf öffentlichem Straßenland braucht es eine Genehmigung für Sonder­nutzung, die beim Bezirksamt beantragt wird. Die Bearbeitung dauert in Berlin je nach Bezirk einige Tage bis zwei Wochen, deshalb gehört sie früh in die Planung. Wir holen die Genehmigung mit und rechnen sie ein.

Wer haftet, wenn Material falsch entsorgt wird?

Das ist der Punkt, den viele unterschätzen: Als Auftrag­geber bleiben Sie in der Verantwortung, auch wenn ein Betrieb das Material abfährt. Landet es irgendwo im Wald, kommt die Behörde zum Eigentümer zurück. Ein Entsorgungs­nachweis von einem zertifizierten Fachbetrieb ist deshalb kein Papierkram, sondern Ihr Schutz.

Häufige Fragen

Wie viel Bauschutt fällt bei einer Entkernung an?

Als Faustzahl kommen aus einer Altbau­wohnung mit 70 Quadrat­metern 10 bis 15 Kubikmeter zusammen, wenn der Bodenaufbau mit herauskommt. Das Gewicht setzt dabei eher die Grenze als das Volumen: Ein Kubikmeter Bauschutt wiegt 1,5 bis 1,8 Tonnen.

Kann ich Bauschutt selbst zum Recyclinghof fahren?

Als Privat­person ja, aber es lohnt selten. Die Berliner Stadt­reinigung nimmt auf ihren Recycling­höfen 4 Euro je angefangene 10 Liter mineralischen Bauschutt – das sind umgerechnet rund 400 Euro je Kubikmeter. Gewerbliche Anlieferer nehmen die Recycling­höfe gar nicht an, und gemischten Bauabfall überhaupt nicht.

Was ist der Unterschied zwischen Bauschutt und Bauabfall?

Bauschutt ist mineralisch: Beton, Ziegel, Fliesen, Mörtel, Estrich. Bau­mischabfall ist alles zusammen – Holz, Kunststoff, Dämmung, Tapete, Metall. Der Unterschied im Preis beträgt das Drei- bis Vierfache.

Was ist ein Entsorgungs­nachweis und brauche ich einen?

Der Nachweis belegt, wo das Material geblieben ist. Bei einem zertifizierten Entsorgungs­fachbetrieb bekommen Sie ihn automatisch. Für Eigentümer­gemeinschaften, Haus­verwaltungen und für die Steuer ist er oft Pflicht – und er schützt Sie, falls Material irgendwo im Wald landet. Die Verantwortung bleibt sonst beim Auftrag­geber.

Lohnt es sich, selbst zu trennen?

Bei kleinen Mengen selten, bei einer ganzen Wohnung fast immer. Der Unterschied liegt im vierstelligen Bereich, sobald mehr als zehn Tonnen anfallen. Entscheidend ist, dass schon in der Wohnung getrennt wird und nicht erst am Container.

Warum nennen Entsorger ihre Preise nicht öffentlich?

Weil sie Verhandlungs­sache sind. Wer am Tor steht und fragt, bekommt den Tarif für Lauf­kundschaft. Wer als Betrieb mit einer Jahresmenge schriftlich anfragt, bekommt einen anderen. Amtliche Gebührensatzungen der Landkreise müssen dagegen veröffentlicht werden – daher stammen die Zahlen auf dieser Seite.

Wie wir das machen

Wir trennen schon in der Wohnung, nicht erst im Container. Bauschutt, Holz und Metall kommen getrennt heraus.

Das ist der Grund, warum die Entsorgung bei uns nicht der größte Posten auf der Rechnung ist. Den Entsorgungs­nachweis bekommen Sie ohne Nachfrage dazu, und was das Metall einbringt, rechnen wir gegen.

Quellen

Gebührensatzung Landkreis Märkisch-Oderland 2026 · Abfall­gebührensatzung Potsdam-Mittelmark 2026 · Abfall­gebührensatzung Oberhavel 2025 · Gebühren­ordnung der Recycling­höfe des Südbrandenburgischen Abfallzweckverbands, gültig ab 1. Januar 2026 · Preisliste Recycling­platz Köpenicker Chaussee, gültig ab 1. April 2025 · Berliner Stadt­reinigung, Gebühren Recyclinghof, Januar 2025 · Ersatzbaustoffverordnung, Übergangs­tabelle der Z-Werte

Zusammen­gestellt von Erhan Yilmaz, DEMIUS – Abriss und Demontage. Stand 28. September 2026. Alle Angaben sind Netto-Richtwerte der genannten Anlagen und keine Preise von DEMIUS.

Kevin, der digitale Assistent von DEMIUS — Bild von einer KI erzeugt Kevin antwortet sofort KI — dieser Assistent ist eine künstliche Intelligenz und antwortet rund um die Uhr