Wasserschaden
Löschwasser richtet zwei Etagen tiefer eigenen Schaden an.
Was ein Feuer hinterlässt, ist nicht nur verbrannt. Es ist chemisch verändert – und diese Veränderung reicht weiter als der sichtbare Schaden.
Der verständlichste Impuls nach einem Brand ist, aufzuräumen. Er ist auch der teuerste.
Die Versicherung reguliert auf Grundlage des dokumentierten Zustands. Was vor der Begutachtung entfernt wird, ist als Schaden schwer nachzuweisen – und fällt im Zweifel aus der Erstattung heraus.
So arbeiten wirDer erste Container darf erst rollen, wenn der Bericht geschrieben ist.
Was dagegen sofort passieren sollte: die Fläche sichern und abschotten, damit sich der Ruß nicht weiter im Gebäude verteilt. Diese Sofortsicherung ist keine Aufräumarbeit, sondern Schadenminderung – und von den meisten Verträgen ausdrücklich gedeckt.
Wir übernehmen diesen Schritt und stimmen alles Weitere mit dem Sachverständigen ab. Danach steht fest, was zurückgebaut wird.
Der Brand selbst betrifft meist einen begrenzten Bereich. Die Folgen reichen weiter.
Verkohltes Material und Bauteile, die durch Hitze ihre Festigkeit verloren haben. Betroffener Stahl und Beton müssen begutachtet werden.
Ruß zieht durch Ritzen, Schächte und Lüftungen in Räume, die kein Feuer gesehen haben. Er ist sauer, greift Metall an und setzt sich in jede poröse Oberfläche.
Wasser läuft nach unten und in den Bodenaufbau. Was oben brannte, ist zwei Etagen tiefer ein Feuchteschaden – siehe Wasserschaden.
Brandgeruch sitzt in Putz, Estrich und Holz. Er verschwindet nicht durch Lüften, sondern nur mit den Schichten, die ihn aufgenommen haben.
Unsere Aufgabe liegt beim Rückbau: alles heraus, was belastet ist, bis tragfähiger und sauberer Untergrund freiliegt.
Bei einem Wohnungsbrand verbrennt heute vor allem Kunststoff: Bodenbeläge, Kabelisolierungen, Möbel, Dämmstoffe. Dabei entstehen Verbindungen, die in unverbranntem Material nicht vorkommen.
Dazu zählen polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, Salzsäure aus PVC und bei ungünstigen Bedingungen Dioxine. Der schwarze Belag an der Wand ist deshalb kein Staub, sondern ein Gefahrstoffgemisch.
Wie weit die Belastung reicht, sagt die Untersuchung des Sachverständigen – nicht der Augenschein. Danach richtet sich, welcher Bereich zurückgebaut wird und welcher gereinigt werden kann.
Eine Brandsanierung besteht aus mehreren Gewerken. Wir sind für eines davon zuständig – und sagen klar, wo unsere Arbeit endet.
Unser Teil: alles Belastete heraus. Bodenaufbau, Trockenbau, Putz, Estrich, Dämmung, Einbauten, Leitungsreste. Getrennt gesammelt, verpackt, mit Belegen abgefahren. Am Ende steht ein Raum auf Rohbauniveau, sauber und trocken übergeben.
Nicht unser Teil: Geruchsneutralisation, Beschichtung von Bauteilen, Trocknungstechnik, Wiederaufbau. Dafür gibt es Sanierungsbetriebe, die genau darauf eingerichtet sind.
Diese Grenze ziehen wir bewusst. Ein Betrieb, der alles gleichzeitig anbietet, macht selten alles gleich gut – und beim Brandschaden hängt zu viel davon ab.
Wo statisch relevante Bauteile betroffen sind, arbeiten wir nur nach Freigabe durch den Tragwerksplaner. Hitzegeschädigter Beton sieht oft heil aus und hat trotzdem an Festigkeit verloren.
Brand- und Wasserschaden sind unsere Wurzel. Damit haben wir angefangen, und daher kommt der größte Teil unserer Erfahrung.
Und zwar nicht als Helfer. Bei größeren Schäden geht es darum, ein Team von bis zu zwanzig Leuten einzuteilen: wer räumt, wer klopft Putz ab, wer fährt das Material nach unten, wer hält den Weg dabei sauber. Das haben wir über Jahre gemacht.
Was daraus wird, sind Handgriffe. Wann ein Putz abgeklopft gehört und wann er bleiben kann. In welche Säcke Brandschutt kommt. Wie er aus dem vierten Stock nach unten geht, ohne dass das Treppenhaus mit saniert werden muss.
So arbeiten wirDer Ruß ist nicht das Problem. Der Weg nach draußen ist das Problem.
Zugang sperren, Öffnungen schließen, Abschottung zu den nicht betroffenen Bereichen. Verhindert, dass sich Ruß weiter verteilt.
Fotos vom gesamten Bestand, gemeinsam mit dem Gutachter der Versicherung. Erst danach wird etwas bewegt.
Was zu retten ist, kommt heraus und wird beiseitegestellt. Papiere, Dokumente und persönliche Dinge zuerst.
Belastete Schichten heraus, Fraktion für Fraktion getrennt. Der Bereich bleibt bis zum Ende unter Unterdruck.
Grobreinigung, Fotodokumentation, Entsorgungsbelege. Der Raum ist bereit für Trocknung und Sanierung.
Ein Brandschaden wird nicht nach Aufwand erstattet, sondern nach Nachweis. Was fehlt, wird strittig.
Die Fotodokumentation. Vor Beginn, während der Arbeiten und bei der Übergabe. Wir legen sie geordnet nach Räumen an und stellen sie Ihnen zur Verfügung – auch dann, wenn niemand danach fragt.
Die Massenaufstellung. Welche Fläche wurde zurückgebaut, welche Schichten, welche Menge. Das ist die Grundlage jeder Prüfung durch den Regulierer.
Die Entsorgungsbelege. Für jede Fraktion, mit Wiegescheinen und Nachweis für gefährliche Abfälle. Bei Brandschutt ist das kein Formalismus, sondern Pflicht.
Auf Wunsch rechnen wir direkt mit der Versicherung ab. Nennen Sie uns dafür bei der Besichtigung die Schadennummer und den Ansprechpartner.
In einem Berliner Mietshaus endet ein Brand fast nie an der Wohnungstür. Ruß und Löschwasser folgen der Bauweise, nicht dem Grundriss.
Über das Treppenhaus, durch Installationsschächte, entlang von Leitungen und in den Hohlraum von Holzbalkendecken. In Altbauten ist dieser Deckenhohlraum mit Schüttung gefüllt – sie nimmt Ruß und Geruch auf und gibt ihn über Jahre wieder ab.
Deshalb prüfen wir vor Beginn, ob die Decke über oder unter dem Brandraum geöffnet werden muss. Bleibt der Ruß im Hohlraum, ist der Geruch im nächsten Sommer wieder da.
Bei mehreren betroffenen Parteien laufen Ansprüche über verschiedene Versicherungen: Gebäude, Hausrat, Haftpflicht. Für uns ändert das nichts an der Arbeit, aber viel an der Dokumentation – jede Wohnung wird getrennt erfasst und getrennt abgerechnet.
In den Wohnungen ringsum wird weitergelebt, oft unter beträchtlicher Belastung. Wir halten das Treppenhaus benutzbar und arbeiten in abgestimmten Zeiten.
Jeden Morgen sagen wir kurz an, was an diesem Tag geschieht. Das kostet fünf Minuten und nimmt viel Unruhe heraus. Eine Baustelle vor der eigenen Tür ist leichter zu ertragen, wenn man weiß, was an diesem Tag passiert.
Für die Sofortsicherung meist innerhalb von ein bis zwei Werktagen. Der eigentliche Rückbau beginnt, sobald der Gutachter den Bestand aufgenommen hat – das dauert je nach Versicherung wenige Tage bis zwei Wochen.
Nicht immer. Entscheidend ist, ob Löschwasser in die Dämmschicht gelaufen ist und ob Ruß in den Aufbau gezogen wurde. Beides lässt sich nur durch Öffnen an einer Stelle feststellen.
Ist die Dämmung nass oder belastet, hilft Trocknen allein nicht – dann kommt der Aufbau heraus.
Textilien und poröse Gegenstände nehmen Ruß und Geruch tief auf. Für die Reinigung gibt es spezialisierte Betriebe, die mit Ozon oder in besonderen Kammern arbeiten. Wir bergen, was Sie behalten möchten, und stellen es gesichert bereit.
In der Regel ja, wenn sauber abgeschottet wird und der Arbeitsbereich unter Unterdruck steht. Über Schächte und Leitungen zieht Ruß allerdings weit – deshalb prüfen wir angrenzende Wohnungen mit, bevor wir beginnen.
Bei einem versicherten Schaden übernimmt sie in aller Regel die Gebäude- oder Hausratversicherung. Rückbau und Entsorgung gehören zu den erstattungsfähigen Positionen, solange sie dokumentiert und begründet sind. Genau dafür führen wir die Nachweise so sorgfältig.
Wir sichern die Fläche, stimmen uns mit dem Gutachter ab und beginnen den Rückbau, sobald der Bestand aufgenommen ist.
Löschwasser richtet zwei Etagen tiefer eigenen Schaden an.
Der Bodenaufbau ist fast immer betroffen.
Bei großflächigem Schaden geht die Wohnung auf Rohbau zurück.
Brandschutt wird getrennt, verpackt und nachgewiesen entsorgt.