Entkernung
Wenn nicht nur der Keller, sondern das ganze Gebäude dran ist.
Der Keller ist der Raum, den niemand plant und alle vollstellen. Beim Rückbau entscheidet nicht die Fläche, sondern der Weg nach oben.
Bei jedem anderen Rückbau fällt der Schutt nach unten. Im Keller ist es umgekehrt. Das klingt banal und ist der Grund, warum Kellerarbeiten länger dauern, als Kunden erwarten.
Eine Berliner Kellertreppe ist selten breiter als 80 Zentimeter, oft gewendelt und fast immer steil. Ein Waschbecken, eine alte Ölheizung oder ein Schrank aus den Sechzigern kommt dort nicht am Stück hoch. Er wird unten zerlegt.
Deshalb sehen wir uns bei der Besichtigung zuerst den Weg an, nicht den Raum: Wie breit ist die Treppe? Gibt es eine Kohlenrutsche oder einen Lichtschacht? Steht der Container vor der Tür oder dreißig Meter weiter?
So arbeiten wirDie Zeit steckt nicht im Abreißen. Sie steckt im Tragen.
Wo ein Lichtschacht oder eine alte Kohleneinwurfluke vorhanden ist, nutzen wir sie. Ein direkter Weg nach draußen spart oft mehr als ein zusätzlicher Mann.
Keller sind in Berlin überraschend ähnlich aufgebaut – unabhängig davon, ob das Haus von 1905 oder von 1975 ist.
Lattenwände mit Vorhängeschloss, oft über hundert Jahre alt. Sie lassen sich schnell zerlegen, sind aber sperrig und ergeben viel Volumen bei wenig Gewicht.
Halbsteinwände zwischen den Abteilen. Ob sie tragend sind, sieht man an der Deckenauflage – das prüfen wir vor jedem Durchbruch.
Öltank, Kohlenlager, alte Kessel, Rohrleitungen. Öltanks werden vor dem Ausbau von einem Fachbetrieb gereinigt und freigegeben.
Möbel, Farbeimer, Reifen, Elektrogeräte. Das ist kein Bauschutt, sondern gemischter Abfall – und wird getrennt abgefahren.
Diese Mischung ist der Grund, warum ein Keller in der Entsorgung teurer ausfällt als eine Wohnung mit demselben Volumen.
Wer in einem Berliner Altbaukeller nach oben schaut, sieht selten eine glatte Decke.
Stahlträger mit dazwischen gespannten Ziegelgewölben. Sie trägt hervorragend, solange die Träger unbeschädigt sind – und sie verträgt keine unbedachten Durchbrüche. Jede Öffnung verändert das Kräftespiel.
An solchen Decken wird bei uns nichts angerührt, ohne dass ein Statiker die Öffnung freigegeben hat. Das ist keine Vorsicht, sondern die Regel.
Im Altbau liegt oft kein Estrich, sondern ein gestampfter Lehmboden oder eine dünne Betonschicht direkt auf Sand. Tiefer zu gehen betrifft die Gründung des Hauses – das braucht einen Grund und eine Freigabe.
Berlin steht auf Sand mit hohem Grundwasserstand. Ein feuchter Kellerwandfuß ist die Regel, nicht die Ausnahme. Nach dem Entkernen wird sichtbar, was jahrzehntelang hinter Verschlägen verborgen war: Salzausblühungen, abplatzender Putz, mürber Fugenmörtel.
Abgeschlagen wird bis dorthin, wo die Wand wieder trocken ist, und keinen Meter höher. Die Kante bleibt gerade, damit der Putzer später ansetzen kann, ohne die ganze Wand neu aufzubauen.
Wir legen die Wand frei und dokumentieren den Zustand mit Fotos. Was danach an Abdichtung nötig ist, entscheidet ein Fachbetrieb für Bauwerksabdichtung – nicht wir.
Ein Keller wird von hinten nach vorn geräumt. Sonst verstellt man sich den eigenen Weg.
Treppenhaus abdecken, Handlauf schützen, Beleuchtung ergänzen. In vielen Kellern reicht das vorhandene Licht nicht aus.
Hausrat, Möbel, Reifen. Sortiert nach Fraktion, damit die Entsorgung sauber bleibt und nicht als Mischabfall zählt.
Lattenwände, Regale, Türen. Metall wird getrennt gesammelt – es hat einen Wert und mindert die Kosten.
Erst zuletzt kommt der massive Teil. Was tragend ist, bleibt stehen oder wird nach Freigabe durch einen geplanten Durchbruch geöffnet.
Am Ende ist der Keller besenrein, die Wände sind sichtbar und der Raum ist bereit für Abdichtung, Ausbau oder Vermietung.
Der Eigentümerwechsel. Ein Haus wird verkauft oder geerbt, und im Keller steht der Hausrat von zwei Generationen. Vor der Übergabe muss alles heraus – meist mit knapper Frist.
Der Ausbau. Aus Abstellflächen werden Fahrradräume, Waschküchen oder Trockenräume. Dafür fallen Verschläge und einzelne Trennwände, und der Grundriss wird geöffnet.
Die feuchte Wand. Bevor abgedichtet werden kann, muss die Wand frei sein. Kein Abdichter arbeitet hinter Regalen und Lattenverschlägen. Wir bereiten die Fläche vor, damit das nächste Gewerk sofort anfangen kann.
In allen drei Fällen gilt dasselbe: Der Keller ist ein Zwischenschritt, kein Selbstzweck. Sagen Sie uns, was danach kommt – davon hängt ab, wie gründlich gearbeitet wird.
Die meisten Kellerräumungen in Berlin finden statt, während im Haus ganz normal weitergelebt wird. Das ändert die Arbeit mehr als der Keller selbst.
Abteile gehören Mietern. Was darin steht, darf nicht angetastet werden, solange die Zuordnung nicht schriftlich geklärt ist. Diese Klärung ist Sache der Hausverwaltung, nicht unsere – wir räumen erst, wenn eine Fläche freigegeben ist.
Bewährt hat sich eine einfache Markierung: Jedes freigegebene Abteil bekommt ein Zeichen, jedes andere bleibt zu. So ist bis zum letzten Abteil klar, was heraus darf und was stehen bleibt.
Wir arbeiten mit Abdeckung auf Stufen und Handlauf. Der Weg bleibt jederzeit begehbar, Material wird nicht abgestellt, sondern getragen und geladen. Lärmintensive Arbeiten legen wir in die Kernzeit am Vormittag.
Vor Beginn machen wir Fotos vom Treppenhaus. Nicht aus Misstrauen, sondern weil sich hinterher niemand mehr an den Kratzer erinnert, der schon vorher da war.
In Berliner Kellern taucht Erstaunliches auf: Fahrräder, Dokumente, manchmal Dinge aus der Zeit vor dem Krieg. Was persönlich wirkt, wird beiseitegestellt und der Verwaltung gezeigt, bevor es in den Container geht.
Links, wie wir ihn vorgefunden haben. Rechts, wie wir ihn übergeben haben. Es ist derselbe Raum, dieselbe Wand, dieselbe Rohrleitung an der Decke.
Was in so einem Keller steht, weiß vorher niemand genau. Deshalb rechnen wir den Transportweg und nicht die Fläche.
Ja. Möbel, Kartons, Reifen, Farbreste und Elektrogeräte gehören dazu. Wir trennen vor Ort, weil sortierter Abfall in der Entsorgung deutlich weniger kostet als eine gemischte Ladung.
Gefahrstoffe wie alte Lacke oder Chemikalien werden gesondert gemeldet und über die zuständige Annahmestelle abgegeben.
Nur nach Prüfung. Zwischen Kellerabteilen stehen häufig Halbsteinwände, die nichts tragen. Es kann aber ebenso gut eine Wand sein, die eine Kappendecke abfängt. Das sieht man an der Deckenauflage und an der Wandstärke.
Im Zweifel holen wir eine Freigabe ein, bevor der erste Schlag fällt.
Ein Öltank wird vor dem Ausbau von einem zugelassenen Fachbetrieb entleert, gereinigt und freigegeben. Erst danach darf er zerlegt und abtransportiert werden. Diesen Schritt organisieren wir mit, führen ihn aber nicht selbst aus.
Gar nicht – der Container steht oben. Entscheidend ist die Entfernung zwischen Kellerausgang und Stellplatz. Ist keine Fläche vorhanden, beantragen wir eine Aufstellgenehmigung beim Bezirk. Mehr dazu unter Entsorgung und Container.
Ein Keller unter einem Berliner Mietshaus mit acht bis zwölf Abteilen dauert typischerweise zwei bis vier Arbeitstage. Der Ausschlag kommt fast immer vom Weg nach oben, nicht von der Fläche.
Bei der Besichtigung messen wir den Weg nach draußen. Danach steht der Preis, schriftlich – und nichts wird nachberechnet, was wir hätten sehen können.
Wenn nicht nur der Keller, sondern das ganze Gebäude dran ist.
Für Öffnungen in tragenden Kellerwänden – geplant und freigegeben.
Kellerräumung ergibt gemischte Fraktionen. Trennen senkt die Kosten.
Wenn der Keller nicht nur feucht, sondern gelaufen ist.