Abriss und Entkernung in Reinickendorf und Tegel
Hier steht die größte Wohnsiedlung des Berliner Westens neben Straßen mit Reihenhäusern und Gärten. Zwei Welten, zehn Minuten auseinander.
Hochhaus und Reihenhaus im selben Bezirk
Im Märkischen Viertel wohnen Zehntausende in Geschosswohnungen mit Aufzug. In Frohnau und Hermsdorf stehen Einfamilienhäuser mit Garten.
Beides sind Aufträge für uns, aber es sind verschiedene Berufe. Im Hochhaus entscheidet der Aufzug über den Tag. Am Einfamilienhaus entscheidet die Menge im Keller.
Dieselbe Wohnungsgröße kann hier doppelt so lange dauern – je nachdem, ob sie im vierzehnten Stock liegt oder ebenerdig.Aus der Praxis
Eine Siedlung, die schon einmal angefasst wurde
Das Märkische Viertel entstand zwischen 1963 und 1974: rund 17.000 Wohnungen für bis zu 50.000 Menschen auf 3,2 Quadratkilometern. Zwanzig Architekturbüros bauten höhengestaffelt bis zu 18 Geschosse, unter der Gesamtleitung von Düttmann, Müller und Heinrichs.
Entscheidend für uns ist aber etwas Jüngeres: Zwischen 2008 und 2015 modernisierte die GESOBAU rund 13.500 Wohnungen in 48 Gebäuden.
Über der Substanz der Siebziger liegt deshalb eine junge Schicht: Dämmung, neue Fenster, erneuerte Stränge, Vorwandinstallationen im Bad, abgehängte Decken in Fluren.
Das ist beim Rückbau ein Vorteil. Was vor fünfzehn Jahren eingebaut wurde, ist verschraubt und gesteckt – nicht vermauert. Es lässt sich demontieren statt abschlagen.
Wir sehen deshalb zuerst nach, was Schicht und was Struktur ist. Wer das nicht trennt, entsorgt Material, das sich hätte zurückbauen lassen.
Nicht zu verwechseln mit der Platte im Osten
Von außen ähneln sich Großsiedlungen. Im Inneren nicht.
In Marzahn steht DDR-Großtafelbau in Schottenbauweise: Fast jede Innenwand trägt, die Raster sind einheitlich.
Hier wurde von zwanzig Büros gebaut. Grundrisse und Wandaufbauten unterscheiden sich von Haus zu Haus, teils von Aufgang zu Aufgang.
Deshalb schließen wir hier nie vom Bautyp auf die Konstruktion. Wir sehen den Grundriss an und öffnen im Zweifel an einer Stelle, bevor eine Wand fällt.
Ein Aufzug für alle
In den Hochhäusern hängt alles am Aufzug. Er gehört den Bewohnern, nicht der Baustelle.
Wir fahren in Behältern, decken die Kabine ab und halten die zulässige Last ein. Wo mehrere Wohnungen bearbeitet werden, verteilen wir die Fahrten über den Tag.
Der Container steht dort, wo er keine Feuerwehrzufahrt blockiert – in diesen Siedlungen ist das Pflicht und keine Empfehlung.
Haus, Garten, voller Keller
In Frohnau, Hermsdorf, Heiligensee und Konradshöhe stehen Einfamilienhäuser, oft seit Jahrzehnten in einer Familie.
Der häufigste Auftrag ist hier nicht die ganze Entkernung, sondern der Teil davon: Bad, Küche, Keller, alte Heizung, manchmal ein Anbau aus den Achtzigern.
Steht eine Ölheizung im Keller, kommt der Tank zuerst – und zwar durch einen zertifizierten Fachbetrieb. Ab 1.000 Litern gilt Fachbetriebspflicht, die Stilllegung wird der unteren Wasserbehörde angezeigt. Erst danach räumen wir den Keller.
Alt-Tegel, Wittenau, Alt-Reinickendorf
Zwischen den Siedlungen liegen die alten Dorfkerne und Mietshäuser: Alt-Tegel, Wittenau, Alt-Reinickendorf, dazu Zeilenbauten der fünfziger Jahre.
Dort gilt wieder, was im Berliner Altbau immer gilt: Holzbalkendecken mit Füllung, enge Treppen, getrennte Sammlung – und Rücksicht auf die Nachbarn im Haus.
Was den Preis hier bestimmt
Die Etage. Im Hochhaus zählt jede Aufzugfahrt, am Reihenhaus rollt die Karre zehn Meter.
Die Schicht. Wo modernisiert wurde, ist mehr zu demontieren und weniger abzuschlagen – das ist meist günstiger.
Die Vorarbeiten. Öltank, Zählerabmeldung, Absprache mit der Verwaltung. Das läuft parallel, muss aber früh angestoßen werden.
Wir rechnen nach Positionen ab. Was im Angebot steht, steht auch auf der Rechnung. Kommt beim Öffnen etwas heraus, das vorher niemand sehen konnte, melden wir es mit Foto, bevor weitergearbeitet wird.
Wo wir hier arbeiten
Im Märkischen Viertel, in Wittenau, in Waidmannslust und in Alt-Reinickendorf.
In Tegel, in Heiligensee, in Konradshöhe, in Hermsdorf und in Frohnau.
Unser Büro steht in der Prenzlauer Allee. Über die Seestraße sind wir zügig im Norden – Termine dort legen wir gebündelt auf einen Tag.
Vier Bilder aus einer Räumung
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Vorher
Vorher: Einbauküche, Fliesen, Natursteinwand – gewachsene Jahrzehnte. -
Der Keller
Der Keller ist fast immer die größere Aufgabe. Hier entscheidet sich, wie viele Fuhren es werden. -
Danach
Leer und gefegt. Die Kappendecke war vorher jahrzehntelang nicht zu sehen. -
Der Weg
Auch das Treppenhaus gehört zum Auftrag – und wird abgedeckt, bevor die erste Fuhre geht.
Wie eine Wohnung im Hochhaus geräumt wird
Zuerst kommt alles heraus, was lose ist. Dann die Einbauten: Schränke, Vorwände, abgehängte Decken.
Erst danach die lauten Arbeiten – Fliesen, Estrich, Sanitär. So liegt der Lärm in wenigen Tagen und nicht verteilt über zwei Wochen.
Parallel läuft der Abtransport. Nichts bleibt über Nacht im Treppenhaus stehen, nichts stapelt sich auf dem Balkon. In einem bewohnten Haus ist eine leere Wohnung ohne Haufen davor die halbe Miete.
Am Ende steht die Abnahme mit Fotos – für Sie, für die Verwaltung oder für den Nachmieter.
Abriss am Haus
An den Einfamilienhäusern im Norden steht fast immer noch etwas: eine Garage, ein Carport, ein Gartenhaus, ein Anbau aus den Achtzigern.
Das nehmen wir im selben Termin mit. Ein Container, eine Anfahrt, eine Rechnung.
Soll ein ganzes Haus weichen, kommt der übliche Ablauf dazu: Abbruchanzeige, Anschlüsse trennen, Fundament freilegen, Fläche besenrein übergeben.
Mehr dazu: Hausabriss, Garagen, Gartenhäuser.
Was Auftraggeber hier meistens fragen
Kann eine Wand in der Wohnung weg?
Das hängt am Haus, nicht am Bautyp. In dieser Siedlung wurde von vielen Büros gebaut, die Konstruktionen unterscheiden sich. Wir sehen den Grundriss an und holen im Zweifel die Statik – bevor etwas passiert.
Wie laut wird es für die Nachbarn?
Laut wird es beim Abschlagen von Fliesen und beim Öffnen des Estrichs. Das bündeln wir auf wenige Tage und kündigen es im Haus an. Außerhalb dieser Zeiten ist es Demontage – hörbar, aber erträglich.
Was ist mit Vorwandinstallationen im Bad?
Die kommen zerstörungsfrei heraus. Dahinter liegen die Stränge, und die bleiben. Sie versorgen die Wohnungen darüber und darunter und werden nicht angetastet.
Und wenn Schadstoffe auftauchen?
Dann wird an dieser Stelle gestoppt. Bei Bauten dieser Zeit sind alte Bodenkleber und Dämmungen die üblichen Kandidaten. Wir melden es mit Foto, Sie entscheiden über die Beprobung, die Sanierung macht ein Fachbetrieb.
Was passiert mit dem Material?
Getrennt schon in der Wohnung: Holz, Metall, mineralischer Bauschutt und Restmüll jeweils für sich. Metall bringt Erlös, der in die Abrechnung einfließt. Wie wir entsorgen.
Im Hochhaus zählt der Aufzug, im Reihenhaus der Keller.
So arbeiten wir
Sie sprechen mit dem, der die Arbeit macht. Wer zur Besichtigung kommt, macht auch den Preis – und steht am Tag der Arbeit selbst im Staub.
Die Bilder auf dieser Seite sind von unseren eigenen Baustellen. Kein Bild ist gekauft, keines gestellt.
Zehn Minuten vor Ort genügen
Schicken Sie uns die Adresse und ein paar Fotos, oder lassen Sie uns vorbeikommen. Wir sehen uns an, was Schicht und was Struktur ist, messen den Weg und schicken das Angebot nach Positionen.