Estrich entfernen
Wenn nur die tragende Platte herausmuss, nicht der ganze Aufbau.
Nicht nur der Belag, sondern der ganze Aufbau: Schicht für Schicht heraus, bis die Rohdecke frei liegt. Getrennt gehalten, damit die Entsorgung nicht teurer wird als die Arbeit.
Was wie eine Fläche aussieht, sind meist vier bis fünf Schichten. Jede besteht aus einem anderen Material und gehört in eine andere Entsorgungsfraktion.
Erst darunter kommt die eigentliche Decke: eine Betonplatte oder – im Berliner Altbau – eine Holzbalkenlage.
Der Unterschied zur Estrichentfernung: Dort geht es nur um eine dieser Schichten. Bei der Bodendemontage kommt alles heraus, bis die Rohdecke frei liegt.
In Altbauten mit Holzbalkendecken liegt zwischen den Balken eine Füllung. Sie diente als Schall- und Brandschutz und besteht aus dem, was um 1900 verfügbar war.
Meist ist es Sand, oft Schlacke aus Kohleöfen, manchmal Lehm oder schlicht Bauschutt. Diese Schüttung ist mehrere Zentimeter hoch und liegt über die ganze Fläche.
Drei Dinge machen sie zum unterschätzten Posten:
Sand wiegt rund 1,5 Tonnen je Kubikmeter. Aus einer mittleren Wohnung kommen mehrere Tonnen zusammen – die alle über die Treppe müssen.
Trockene Schlacke staubt extrem. Ohne Absaugung sitzt der Staub anschließend in jeder Ritze der Wohnung.
Schüttung ist kein sauberer Bauschutt. Je nach Zusammensetzung zählt sie zum Mischabfall – und bei alter Schlacke kann eine Prüfung nötig sein.
Eine vergessene Schüttung verschiebt die Menge um ein Vielfaches. Deshalb öffnen wir bei der Besichtigung den Boden an einer Stelle.
Nach dem Ausbau liegt die Rohdecke frei – und damit etwas, das sonst niemand zu sehen bekommt.
Die Balken sind sichtbar, mit ihrem Auflager in der Wand. Das ist der einzige Zeitpunkt, an dem sich ihr Zustand beurteilen lässt. Feuchteschäden an den Balkenköpfen, Schädlingsbefall oder durchgebogene Balken zeigen sich hier – und nirgends sonst.
Falls uns etwas auffällt, sagen wir es Ihnen. Nicht als Gutachten, aber als Hinweis, bevor der neue Boden darüberkommt und alles wieder verschwindet.
Hier zeigen sich vor allem Leitungen. In Nachkriegsbauten liegen Elektroleitungen häufig direkt in der Dämmschicht oder im Estrich – manchmal ohne Schutzrohr. Mit dem Stemmhammer wäre dort mehr getrennt als der Boden.
So arbeiten wirBeim Boden erfährt man am meisten über ein Haus. Da liegt alles offen, was hundert Jahre lang niemand gesehen hat.
Wer den ganzen Aufbau in einem Zug herausreißt, mischt fünf Materialien in einer Mulde. Das kostet in der Entsorgung ein Vielfaches.
Parkett, Teppich, Laminat oder Fliesen zuerst. Holz geht in die Holzfraktion, Fliesen in den Bauschutt.
Fugen schneiden statt großflächig stemmen – das bricht kontrolliert und schont, was darunter liegt.
Kommen als eigene Fraktion heraus. Nicht in den Bauschutt, sonst wird die ganze Mulde teurer.
Mit Industriesauger statt Schaufel. Das hält den Staub im Griff und geht schneller, als es aussieht.
In Büro- und Gewerbeflächen sieht ein Bodenaufbau ganz anders aus als in der Wohnung – und bringt eigene Aufgaben mit.
In Bürogebäuden seit den Achtzigern Standard: Platten liegen auf höhenverstellbaren Stützen, darunter ein Hohlraum von 10 bis 30 Zentimetern für Kabel und Lüftung.
Der Rückbau geht zügig – die Platten werden aufgenommen, die Stützen abgeschraubt. Zwei Dinge machen Arbeit: Unter den Platten liegt oft eine Kabelmenge, die niemand mehr zuordnen kann. Und die Stützen sind mit dem Rohboden verklebt, ihre Klebepunkte müssen abgeschliffen werden.
In Hallen und Werkstätten liegt häufig ein Hartstoffestrich mit eingestreuter Deckschicht oder eine Beschichtung aus Epoxidharz. Beides ist deutlich härter als Wohnungsestrich und braucht anderes Gerät.
Beschichtungen werden meist nicht gestemmt, sondern abgefräst. Die Fräse hängt an der Absaugung und schont den Untergrund, dauert aber länger je Quadratmeter.
In Lager- und Produktionsflächen kommen Markierungsfarben, Klebebandreste und alte Beschichtungen dazu. Was davon herunter muss, entscheidet der geplante neue Belag – nicht das Auge.
Bei Gewerbeflächen fragen wir deshalb immer zuerst nach dem Folgegewerk. Ein Boden, der neu beschichtet wird, braucht eine andere Vorbereitung als einer, auf den Fliesen kommen.
In Lagern und Werkstätten lässt sich selten alles auf einmal stilllegen. Dann wird in Abschnitten gearbeitet: eine Fläche heraus, gesäubert, übergeben – erst danach die nächste.
Das dauert insgesamt länger, hält aber den Betrieb am Laufen. Wichtig ist dabei die Kante zwischen altem und neuem Bereich: Sie muss sauber geschnitten und gegen Stolpern gesichert sein, solange beide Zustände nebeneinander bestehen.
Der Belag ist meist in Stunden unten. Was danach am Estrich haftet, bestimmt den Rest des Tages.
Bis in die achtziger Jahre wurden Bodenbeläge häufig mit Bitumenkleber verlegt. Er ist schwarz, zäh und kann teerhaltige Bestandteile enthalten. Solches Material gilt als gefährlicher Abfall und wird getrennt mit Nachweis entsorgt.
Ob der Verdacht zutrifft, klärt eine Probe. Wir nehmen sie bei der Besichtigung mit, wenn der Belag alt genug dafür ist. Das kostet wenig, und danach weiß man es – vor dem ersten Schlag statt mittendrin.
Neuere Dispersionskleber sind harmlos, aber zäh. Sie werden mit dem Schleifteller abgenommen, die Absaugung hängt direkt am Gerät.
Teppich und PVC, die vollflächig verklebt sind, gehen von Hand nur in Fetzen ab. Ab etwa hundert Quadratmetern arbeiten wir deshalb mit dem Stripper – einer Maschine, die ein flaches Messer unter den Belag schiebt und ihn in Bahnen vom Untergrund trennt.
Auf zweihundert Quadratmetern ist das der Unterschied zwischen zwei Tagen und einem halben. Der Untergrund bleibt dabei heil, weil das Messer flach läuft und nicht in den Estrich schneidet.
Danach steht immer noch das Kleberbett auf dem Estrich. Ob es heruntermuss, entscheidet der neue Belag – bei Fliesen oft nicht, bei Vinyl und Beschichtung fast immer.
Nicht immer. Wenn nur der Belag stört und der Estrich tragfähig ist, reicht oft die obere Schicht. Das ist deutlich weniger Aufwand.
Der ganze Aufbau muss heraus, wenn Höhe gewonnen werden soll, wenn eine Fußbodenheizung eingebaut wird oder wenn die Decke darunter geprüft oder saniert werden muss.
Im Altbau mit Holzbalkendecke oft 8 bis 15 Zentimeter, je nach Schüttung und Aufbau. Bei einem schwimmenden Estrich auf Betondecke sind es meist 6 bis 10 Zentimeter.
Genau sagen lässt es sich erst, wenn der Boden an einer Stelle geöffnet ist.
Deutlich mehr als beim Estrich allein. Aus einer 75-Quadratmeter-Wohnung im Altbau kommen mit Schüttung schnell 10 bis 15 Kubikmeter zusammen – bei einem Gewicht, das eher die Grenze setzt als das Volumen.
Mehr dazu unter Entsorgung und Container.
Ja. Alte Bodenkleber, besonders die schwarzen Bitumenkleber, und Vinylplatten aus der Zeit vor 1993 können Asbest enthalten.
Bei Verdacht wird beprobt, bevor gearbeitet wird. Die Arbeiten richten sich dann nach der Gefahrstoffverordnung und der Technischen Regel TRGS 519.
Nein. Der Boden ist der Raum selbst – solange er offen ist, gibt es keine nutzbare Fläche. Dazu kommt der Staub der Schüttung.
Wir sehen, wie viele Schichten Sie haben und was darunter liegt. Danach steht der Preis, schriftlich.
Wenn nur die tragende Platte herausmuss, nicht der ganze Aufbau.
Der Boden von oben ist die Decke von unten.
Wenn ohnehin die ganze Wohnung leergeräumt wird.
Fünf Schichten, vier Fraktionen – hier zahlt sich Trennen aus.