Abriss und Entkernung in Tempelhof und Schöneberg
Vorne wird gewohnt, hinten gearbeitet. In kaum einem anderen Teil Berlins stehen Werkstatt und Wohnung so dicht beieinander – und beides braucht einen anderen Rückbau.
Zwei Aufträge in einem Block
Ein Blick in einen Hof an der Ringbahnstraße genügt: vorne das Mietshaus, hinten die Halle. Zwischen beidem liegen zwanzig Meter und zwei völlig verschiedene Bauwelten.
Im Vorderhaus gelten die Regeln des bewohnten Altbaus: enge Treppe, Holzbalkendecke, Rücksicht auf Nachbarn.
Im Hof gelten die Regeln des Gewerbebaus: Betondecken, hohe Räume, Lastenaufzug, Rampe – und eine Zufahrt, die entscheidet, was überhaupt möglich ist.
Wer beides mit demselben Angebot kalkuliert, liegt bei einem von beiden falsch.Aus der Praxis
Im Gewerbehof zählt das Gewicht
Das Ullsteinhaus zeigt, wie hier gebaut wurde. Zwischen 1925 und 1927 entstanden sieben- bis achtgeschossige Produktionsgebäude um einen fast quadratischen Hof. Dazu kam der 77 Meter hohe Turm. 1986 wurde daraus ein Gewerbestandort, in den Jahren 1991 bis 1993 kamen Erweiterungsflügel dazu.
Solche Häuser stehen im ganzen Ortsteil, nur kleiner. Und sie haben alle dieselbe Eigenschaft: Ihre Decken wurden für Maschinen gebaut – für verteilte Last, nicht für einen Schutthaufen an einer Stelle.
Deshalb sammeln wir in Gewerbeetagen nicht, sondern fahren öfter. Das Material wird verteilt abgelegt und zügig abtransportiert.
Die zweite Größe ist die Zufahrt. Torbreite, Durchfahrtshöhe, Wendekreis im Hof und die Frage, ob ein Container überhaupt hineinpasst oder auf der Straße stehen muss.
Beides klären wir bei der Besichtigung mit dem Zollstock, nicht am Telefon. Eine Halle, die nur über eine 2,20 Meter hohe Einfahrt erreichbar ist, wird anders geräumt als eine mit Rampe.
Vier Schichten, vier Bilder
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Fliesen
Oben die Fliesen. Sie gehen mit der Stange, nicht mit der Maschine – darunter soll nichts kaputtgehen. -
Kleber
Der Kleber kommt mit dem Stripper herunter. Was hier bleibt, kostet beim nächsten Gewerk Zeit. -
Geschliffen
Der Rest wird abgeschliffen, bis der Estrich sauber ist. Erst dann ist der Boden übergabefertig. -
Die Kante
An der Bruchkante sieht man den ganzen Aufbau. Danach richtet sich, was der Abtrag wirklich wiegt.
Was unter einem Werkstattboden liegt
Selten nur eine Schicht. Oben meist ein Industrieestrich, darunter eine dickere Betonplatte, stellenweise Fundamente von Maschinen, die längst abgebaut sind.
Dazu kommt, was Jahrzehnte Betrieb hinterlassen: Öl in Fugen, Reste in Bodenabläufen, alte Beschichtungen.
Wir öffnen deshalb zuerst an einer Stelle und sehen nach. Erst danach steht die Position im Angebot. Das ist ehrlicher als eine Pauschale, die später nicht hält.
Altbau im Akazienkiez und auf der Roten Insel
Ein paar Straßen weiter ist alles anders. Im Akazienkiez, auf der Roten Insel, im Bayerischen Viertel und in Friedenau steht der klassische Berliner Altbau.
Dort gilt, was überall im Altbau gilt: Unter den Dielen liegt eine Holzbalkendecke mit Füllung. Die Füllung macht das Gewicht und muss getrennt gesammelt werden.
Dazwischen stehen die Bauten des Wiederaufbaus. Sie sehen einfach aus und sind es beim Rückbau selten: dünne Estriche, Leichtbauwände mit Füllung, Installationsschächte an unerwarteten Stellen.
Was bei Gewerbeflächen wirklich geschuldet ist
Bei jeder Gewerbefläche steht die Frage am Anfang: Was muss zurückgebaut werden – und was darf bleiben?
Üblich ist der Rückbau der Mietereinbauten. Rohbauzustand ist fast nie gemeint, wird aber oft so verstanden.
Maßgeblich sind der Vertrag und das Übergabeprotokoll. Wir gehen beides vor dem Angebot durch. Was der Nachmieter übernehmen will, muss niemand herausreißen.
Was den Preis hier bestimmt
Die Zufahrt. Container im Hof oder auf der Straße, Rampe oder Stufe, Aufzug oder Treppe. Das ist der größte Einzelposten.
Der Bodenaufbau. Ein Industrieestrich auf Betonplatte ist etwas anderes als ein Belag auf Holzbalken.
Die Technik. Absaugungen, Druckluftleitungen, Starkstrom, Abscheider – das wird getrennt, nicht abgerissen.
Wir rechnen nach Positionen ab. Was im Angebot steht, steht auch auf der Rechnung. Kommt beim Öffnen etwas heraus, das vorher niemand sehen konnte, melden wir es mit Foto, bevor weitergearbeitet wird.
Wo wir hier arbeiten
In Tempelhof rund um den Tempelhofer Damm, am Tempelhofer Hafen, in den Höfen an der Ringbahnstraße und Richtung Mariendorf und Marienfelde.
In Schöneberg im Akazienkiez, auf der Roten Insel, im Bayerischen Viertel und in Friedenau.
Unser Büro steht in der Prenzlauer Allee. Für Besichtigungen im Süden fahren wir vormittags, dann ist der Tempelhofer Damm frei.
Reihenhaus statt Mietshaus
Rund um den ehemaligen Flughafen liegen die Siedlungen der zwanziger Jahre: kleine Reihenhäuser mit Garten, ruhige Straßen, gleiche Grundrisse über ganze Züge hinweg.
Diese Häuser kommen selten am Stück heraus. Gefragt ist meist der Rückbau im Inneren: Bad, Küche, alte Estriche, manchmal ein angebauter Wintergarten aus den Achtzigern.
Die Schwierigkeit ist nicht die Menge, sondern der Platz. Kein Hof, oft kein Stellplatz vor der Tür, dafür Nachbarn auf beiden Seiten der Wand.
Wir arbeiten dort mit kleineren Behältern und räumen täglich ab. Ein Container, der eine Woche in einer Anliegerstraße steht, macht mehr Ärger als die ganze Baustelle.
Wie eine Halle geräumt wird
Zuerst geht alles heraus, was lose ist: Regale, Lager, Reste des Betriebs. Das klingt selbstverständlich und ist oft der größte Posten.
Dann die Technik: Absaugung, Druckluft, Starkstrom, Beleuchtung. Was verkauft werden soll, wird zerstörungsfrei demontiert.
Danach die Einbauten – Trennwände, Büroboxen, Zwischendecken. Zuletzt der Boden, wenn er überhaupt heraus muss.
Diese Reihenfolge hat einen einfachen Grund: Jeder Schritt macht den nächsten leichter. Wer mit dem Boden anfängt, fährt den Schutt zweimal.
Abriss im Gewerbe
Auf den Gewerbeflächen hier steht oft mehr, als gebraucht wird: eine alte Werkhalle neben der neuen, ein Garagenhof, ein Silo, ein Anbau, der seit Jahren leer steht.
Solche Bauten kommen selten im Ganzen weg. Sie hängen an Nachbargebäuden, an gemeinsamen Wänden, an Leitungen, die weiter gebraucht werden.
Wir trennen deshalb zuerst und reißen danach ab – in Abschnitten, mit freier Zufahrt für die übrigen Mieter im Hof.
Mehr dazu: Industrierückbau, Hausabriss, Schornsteine.
Was Auftraggeber hier meistens fragen
Kann der Betrieb nebenan weiterlaufen?
Ja. Wir schotten den Bereich ab, stimmen laute Arbeiten ab und halten Hof und Zufahrt frei. In Gewerbehöfen ist die Zufahrt für alle da – wer sie blockiert, legt fünf Betriebe still.
Was ist mit Maschinen, die noch stehen?
Die werden demontiert, nicht zerschlagen. Was verkauft oder weiterverwendet werden soll, bauen wir zerstörungsfrei aus. Metall geht getrennt in die Verwertung und bringt Erlös, der in die Abrechnung einfließt.
Wie wird mit Altöl und Abscheidern umgegangen?
Getrennt und nicht von uns allein. Abscheider werden vor dem Rückbau durch einen Fachbetrieb geleert und dokumentiert. Erst danach beginnt die Demontage.
Und wenn Schadstoffe auftauchen?
Dann wird an dieser Stelle gestoppt. In Gewerbebauten sind alte Dämmungen, Bodenkleber und Brandschutzbeschichtungen die üblichen Kandidaten. Wir melden es mit Foto, Sie entscheiden über die Beprobung, die Sanierung macht ein Fachbetrieb.
Was passiert mit dem Material?
Getrennt wird direkt vor Ort: Metall, Holz, mineralischer Bauschutt und Restmüll jeweils für sich. In Gewerbeobjekten kommt Elektroschrott dazu. Wie wir entsorgen.
Im Gewerbehof rechnet man in Tonnen, nicht in Quadratmetern.
So arbeiten wir
Sie sprechen mit dem, der die Arbeit macht. Wer zur Besichtigung kommt, macht auch den Preis – und steht am Tag der Arbeit selbst im Staub.
Die Bilder auf dieser Seite sind von unseren eigenen Baustellen. Kein Bild ist gekauft, keines gestellt.
Einmal mit dem Zollstock durch den Hof
Schicken Sie uns die Adresse und ein paar Fotos, oder lassen Sie uns vorbeikommen. Wir messen Zufahrt, Aufzug und Wege, sehen uns den Boden an und schicken das Angebot nach Positionen.