Wohnungsentkernung
Der ganze Ablauf, unabhängig vom Bezirk.
Vom Reuterkiez bis Rudow. Wir arbeiten hier seit Jahren – im Gründerzeitaltbau genauso wie im Siedlungshaus. Auf dieser Seite stehen echte Baustellen aus dem Bezirk.
Nördlich des Ringbahnbogens steht Gründerzeit: Mietshäuser von 1890 bis 1914, fünf Geschosse, Hinterhof, kein Aufzug. Südlich davon fängt etwas anderes an – Britz, Buckow, Rudow, mit Siedlungshäusern, Reihenhäusern und Gärten.
Für den Rückbau sind das zwei verschiedene Welten. Im Altbau entscheidet das Treppenhaus über die Dauer, im Siedlungshaus die Zufahrt für den Container. Wer beides schon gemacht hat, sieht bei der Besichtigung sofort, woran es hängt.
Neukölln hat nicht ein Milieuschutzgebiet, sondern zehn. Und die Grenzen verlaufen mitten durch Straßen – auf der einen Seite brauchen Sie eine Genehmigung, auf der anderen nicht.
Die Gebiete heißen Reuterplatz, Schillerpromenade, Flughafenstraße/Donaustraße, Rixdorf, Körnerpark, Hertzbergplatz/Treptower Straße, Silbersteinstraße/Glasower Straße, Germaniapromenade, Britz und Gropiusstadt. Wer dort wohnt, weiß es meistens. Wer eine Wohnung geerbt oder gekauft hat, oft nicht.
Im Milieuschutz ist der Rückbau selbst genehmigungspflichtig, nicht nur der Umbau danach. Ein zweites Bad, ein Wanddurchbruch, das Zusammenlegen zweier Wohnungen – all das braucht vorher einen Bescheid vom Bezirksamt. Seit April 2026 gelten dafür neue, berlinweit einheitliche Kriterien.
Was das für Sie heißt: Wir fragen bei der Besichtigung danach. Nicht, weil wir den Bescheid ausstellen – das tut das Bezirksamt –, sondern damit Sie nicht zwei Wochen nach dem Aufstemmen Post bekommen. Kommt die Genehmigung nicht, war die Arbeit umsonst und der Rückbau muss zurückgebaut werden.
Reine Instandsetzung ist davon nicht betroffen. Ein kaputtes Bad darf ein Bad bleiben. Erst wenn sich der Zuschnitt oder der Standard ändert, schaut das Amt hin.
Eine Zahl ohne Besichtigung wäre geraten. Was den Unterschied macht, sind vier Dinge – und drei davon haben mit dem Haus zu tun, nicht mit der Fläche.
Im Neuköllner Altbau gibt es selten einen Aufzug. Alles geht über die Treppe, Wanne für Wanne. Vierter Stock heißt mehr Wege als Erdgeschoss – bei gleicher Wohnung.
Dielen auf Holzbalken mit Schüttung darunter sind etwas anderes als Estrich auf Beton. Die Schüttung wiegt, staubt und zählt in der Entsorgung als Baumischabfall.
Und manchmal liegt darunter noch etwas anderes: quadratische PVC-Fliesen, 25 oder 30 Zentimeter, meist bräunlich oder graugesprenkelt. Das sind Floor-Flex-Platten, verlegt zwischen 1960 und 1985 – in Neukölln also überall dort, wo in den Siebzigern modernisiert wurde. Sie enthalten Asbest, der Kleber darunter oft auch. Solche Platten werden nicht gestemmt, sondern von einem Fachbetrieb ausgebaut — wer sie erkennt, lässt sie liegen und ruft an.
In der Weserstraße steht er anders als in Rudow vor der Einfahrt. Wo eine Genehmigung nötig ist, holen wir sie – das gehört dazu.
Bei Häusern vor 1993 sehen wir uns Kleber, Dämmung und Bodenbeläge genau an. Was wirklich drin ist, sagt eine Probe – das rät man nicht.
So arbeiten wirDer Weg nach draußen entscheidet über die Hälfte der Zeit. Deshalb messen wir bei der Besichtigung zuerst das Treppenhaus.
Rudow gehört zu Neukölln, sieht aber aus wie ein anderer Bezirk: Einfamilienhäuser, Reihenhäuser, Gärten. Hier haben wir ein Haus vollständig zurückgebaut – vom Dachgeschoss bis in den Keller.
Bei einem Siedlungshaus dieser Bauzeit stecken die Überraschungen fast immer an denselben drei Stellen: im Dachgeschoss unter der Verkleidung, in der Zwischendecke, und im Keller hinter der Vorsatzschale.
Bei einer Wohnungsauflösung bleibt selten nur die Wohnung. Zum Mietvertrag gehören meist ein Kellerverschlag und manchmal ein Dachbodenabteil – beides voll, beides muss leer sein.
Das sammelt sich über Jahrzehnte an und ist niemandem peinlich. Wir räumen es mit, trennen es nach Material und fahren es ab. Was noch brauchbar ist, kommt zur Seite, bevor der Container kommt.
Holzlatten, alte Möbel, Farbeimer, manchmal Kohlenreste aus der Zeit der Ofenheizung. Das meiste ist Baumischabfall, Metall und Holz kommen getrennt heraus.
Der schwierigste Weg im Haus: enge Treppe, niedrige Höhe, oft kein Licht. Wir bringen eigene Beleuchtung mit.
Typisch für Neukölln. Der Container steht vorn, die Baustelle liegt hinten – der Weg dazwischen wird abgedeckt.
Im Süden des Bezirks steht anderes als im Altbau. Britz, Buckow und Rudow sind Einfamilienhausgebiete – mit Gärten, Garagen und allem, was über Jahrzehnte dazugebaut wurde.
Was dort abgerissen wird, ist selten ein ganzes Haus. Es ist die Gartenlaube, die niemand mehr nutzt. Die gemauerte Garage, in die kein heutiges Auto mehr passt. Der Anbau aus den Achtzigern, das Vordach, die Betonterrasse. Bei uns sind das die häufigsten Anfragen überhaupt – häufiger als jede Wohnung.
Im Altbau nördlich der Ringbahn heißt Abriss fast immer etwas anderes: eine Wand raus, eine Zwischendecke, ein Bad bis auf den Rohbau. Das ist Rückbau im laufenden Haus – mit Nachbarn ringsum und einem Treppenhaus, das heil bleiben muss.
Das hängt weniger an der Laube als an dem, was darunter liegt. Ein Holzbau ist an einem Tag weg – das Betonfundament darunter kann länger dauern als der ganze Rest. Bei Garagen kommt dazu, ob gemauert oder Fertigteil, und ob die Zufahrt für den Container reicht.
Schicken Sie zwei, drei Fotos – einmal das Ganze, einmal den Übergang zum Boden. Danach können wir sagen, worauf es hinausläuft, und der Preis steht nach der Besichtigung schriftlich fest.
Nein. Die Berliner Stadtreinigung holt Sperrmüll – Schränke, Matratzen, Sofas. Bauschutt gehört nicht dazu, und Estrich, Fliesen, Mörtel und Gipskarton auch nicht.
Das ist die häufigste Fehlannahme beim ersten eigenen Rückbau, und sie fällt meistens erst auf, wenn alles schon im Hof liegt. Bauschutt muss sortenrein zur Bauschuttannahme, und wer dort gemischt anliefert, zahlt den höchsten Satz. Wir nehmen das Material gleich mit und trennen es schon in der Wohnung – das ist billiger, als es hinterher auseinanderzusortieren.
Instandsetzen ja, umbauen nur mit Bescheid. Ein kaputtes Bad darf ein neues Bad werden. Sobald sich aber der Zuschnitt oder der Standard ändert – zweites Bad, Wanddurchbruch, zwei Wohnungen zu einer –, braucht es vorher die Genehmigung vom Bezirksamt.
Wichtig: Der Rückbau selbst ist bereits genehmigungspflichtig, nicht erst der Umbau danach. Wir fragen bei der Besichtigung danach, damit Sie nicht zwei Wochen nach dem Aufstemmen Post bekommen.
Das hängt an vier Dingen: Fläche, Bodenaufbau, Etage und Stellplatz für den Container. Bei einer Gründerzeitwohnung mit Dielen über Holzbalkendecke fällt deutlich mehr Material an als bei Estrich auf Beton – dieselbe Quadratmeterzahl, anderer Aufwand.
Den Preis nennen wir nach der kostenlosen Besichtigung, schriftlich. Was wir dabei gesehen haben, wird nicht nachberechnet.
Eine Wohnung von 60 bis 70 Quadratmetern dauert drei bis fünf Arbeitstage. Ausschlaggebend sind Bodenaufbau, Etage und Transportweg.
Wir fangen selten vor acht an und machen mittags Pause. Zwei Tage vorher hängt ein Zettel im Treppenhaus — dann weiß jeder Bescheid, bevor der erste Hammer fällt. In einem Haus mit Hinterhof wohnen viele Leute eng beieinander.
Wo kein eigener Stellplatz da ist, brauchen wir eine Genehmigung fürs Aufstellen im öffentlichen Straßenland. Die holen wir und rechnen sie mit ein. In Rudow und Britz steht er meist auf dem Grundstück, dann entfällt das.
Die Siedlung steht als Weltkulturerbe unter Denkmalschutz. Das betrifft vor allem die Außenhülle: Fenster, Türen, Farbe, Dach. Innen ist mehr möglich, als viele denken – nicht tragende Wände, Bad, Bodenaufbau.
Was im Einzelfall geht, entscheidet die Untere Denkmalschutzbehörde. Wir arbeiten mit der Freigabe, nicht ohne.
Zur Besichtigung ja, danach nicht. Viele Eigentümer wohnen gar nicht in Berlin. Schlüsselübergabe, Abstimmung mit der Hausverwaltung und die Fotodokumentation am Ende laufen ohne Sie.
Wir kennen die Treppenhäuser hier. Das sieht man nicht am Grundriss.
So arbeiten wir
Sie sprechen mit dem, der die Arbeit macht. Wer zur Besichtigung kommt, macht auch den Preis – und steht am Tag der Arbeit selbst im Staub.
Die Bilder auf dieser Seite sind aus Neukölln und Rudow. Kein Bild ist gekauft, keines gestellt.
Wir sehen uns Treppenhaus, Bodenaufbau und Stellplatz an. Danach steht der Preis, schriftlich.
Der ganze Ablauf, unabhängig vom Bezirk.
Dickbett oder Dünnbett – was der Untergrund verträgt.
Verschläge, Trennwände, alte Kohlenreste.
Getrennt gesammelt, mit Nachweis abgefahren.