Abriss und Entkernung in Lichtenberg und Marzahn
Im Altbau ist fast jede Innenwand eine Trennwand. Hier ist es umgekehrt: Fast jede trägt. Das dreht die Reihenfolge der Arbeit um.
Warum hier weniger abgerissen wird als anderswo
Wer eine Altbauwohnung entkernt, nimmt fast alles heraus und lässt die Hülle stehen. Im Plattenbau geht das nicht.
Die Wohnung ist kein Raum in einem Haus, sondern ein Teil der Konstruktion. Was innen steht, hält oft das, was oben liegt.
Deshalb ist der Rückbau hier genauer und weniger umfangreich: Es kommt heraus, was eingebaut wurde – Beläge, Sanitär, Einbauschränke, Zwischenwände aus späterer Zeit.
Im Plattenbau ist die erste Frage nie „Wie viel kommt heraus?", sondern „Was davon darf überhaupt weg?"Aus der Praxis
Warum fast jede Wand hier tragend ist
Die meisten Häuser dieser Ortsteile gehören zur Bauserie WBS 70. Sie ist eine Querwandkonstruktion: Die Lasten laufen über quer stehende Wände, die sogenannten Schotten, und auf diesen liegen die Deckenplatten.
Das Grundraster misst 6,00 × 6,00 Meter, die Decken spannen über 2,40, 3,60 oder 6,00 Meter, die Außenwände sind 26 Zentimeter dick.
Praktisch heißt das: Fast jede Innenwand trägt mit. Eine Öffnung ist möglich, aber begrenzt – und sie braucht einen Träger, der die Last der Deckenplatte übernimmt.
Die Berechnung dafür ist aufwendiger als im Massivbau, weil die Platten vorgefertigt und teilweise vorgespannt sind. Wir arbeiten hier deshalb ausschließlich nach Vorgabe eines Statikers – und fangen nicht an, bevor sie vorliegt.
Die zweite Besonderheit sind die Schächte: senkrecht vom Keller bis ins oberste Geschoss, im Keller durch einen waagerechten Kanal verbunden. Was dort liegt, versorgt das ganze Haus. Es wird umgangen, nicht geöffnet.
Die Sanitärzelle kommt nicht heraus, sie wird zerlegt
In vielen dieser Wohnungen wurde das Bad als fertiges Raumelement eingesetzt: Wände, Boden und Anschlüsse in einem Stück.
Der Rückbau ist deshalb kein Abschlagen von Fliesen. Es ist das kontrollierte Zerlegen eines eingebauten Körpers – von innen nach außen, ohne den Schacht daneben zu berühren.
Wer das mit dem Vorschlaghammer angeht, trifft schnell eine Leitung, die vier Wohnungen versorgt. Wer es zerlegt, hat am Ende einen sauberen Rohraum.
Was hier herauskommt – und was stehen bleibt
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Nicht tragend
Die Vorsatzschale geht, das Ständerwerk bleibt stehen. Was trägt, wird nicht angefasst. -
Sortenrein
Mineralisch für sich. Das ist die Fraktion, die hier am meisten wiegt – und am billigsten weggeht. -
Rohbau
Am Ende steht der Rohbau. Alles, was nicht tragen muss, ist heraus – der Rest steht genauso wie vorher. -
Abtransport
Volle Mulde raus, leere rein. In einem bewohnten Haus zählt, dass der Hof nicht tagelang blockiert ist.
Achte Etage, ein Aufzug
Der Transport entscheidet hier über die Dauer. Es gibt einen Aufzug, und den brauchen die Bewohner auch.
Wir fahren in Behältern, decken die Kabine ab und halten die zulässige Last ein. Lieber zwei Fahrten mehr als ein Aufzug, der steht.
Wo mehrere Wohnungen in einem Haus bearbeitet werden, stimmen wir die Zeiten ab. Und der Container steht dort, wo er niemandem die Zufahrt nimmt – in diesen Siedlungen sind Feuerwehrzufahrten Pflicht und keine Empfehlung.
Rummelsburg, Friedrichsfelde, Alt-Marzahn
Nicht alles hier ist Platte. In Rummelsburg und Friedrichsfelde stehen Gründerzeithäuser, rund um Alt-Marzahn und Alt-Hohenschönhausen alte Dorfkerne.
Dort gilt wieder alles, was für den Berliner Altbau gilt: Holzbalkendecken mit Füllung, enge Treppenhäuser, getrennte Sammlung der Deckenfüllung.
Für die Kalkulation heißt das: Die Adresse entscheidet, nicht der Bezirk. Zwei Aufträge in Lichtenberg können völlig verschiedene Arbeiten sein.
Wenn die Wohnungsgesellschaft beauftragt
Hier ruft häufiger eine Verwaltung an als ein privater Eigentümer. Damit ändert sich die Form, nicht die Arbeit.
Gefragt sind dann: ein Angebot nach Leistungsverzeichnis, feste Termine pro Wohnung, eine Fotodokumentation vor und nach dem Rückbau und eine Abnahme mit Unterschrift.
Das liefern wir ohnehin bei jedem Auftrag. Was Auftraggeber von uns bekommen.
Was den Preis hier bestimmt
Die Statik. Jede Öffnung in einer tragenden Wand braucht Berechnung und Träger. Das ist der größte Einzelposten – und nicht verhandelbar.
Der Aufzug. Verfügbarkeit und zulässige Last entscheiden, wie viele Fahrten der Tag hergibt.
Die Menge. Der Rückbau ist hier oft kleiner als im Altbau. Eine Plattenbauwohnung hat weniger Material – das sieht man im Angebot.
Wir rechnen nach Positionen ab. Was im Angebot steht, steht auch auf der Rechnung. Kommt beim Öffnen etwas heraus, das vorher niemand sehen konnte, melden wir es mit Foto, bevor weitergearbeitet wird.
Wo wir hier arbeiten
In Lichtenberg, in Friedrichsfelde, in Rummelsburg und in Hohenschönhausen.
In Marzahn und Hellersdorf in den Siedlungen zwischen Marzahner Promenade, Landsberger Allee und Hellersdorfer Straße.
Unser Büro steht in der Prenzlauer Allee. Über die Landsberger Allee sind wir in zwanzig Minuten vor Ort.
Was die Sanierung der Neunziger hinterlassen hat
Fast alle diese Häuser wurden nach 1990 einmal durchsaniert: neue Fenster, gedämmte Fassaden, erneuerte Bäder, oft ein angesetzter Balkon.
Diese Arbeiten haben eine zweite Schicht gelegt. Vorwandinstallationen im Bad, abgehängte Decken im Flur, neue Beläge über den alten, Leitungen in Kanälen statt im Putz.
Beim Rückbau bedeutet das: Was wie Bestand aussieht, ist oft Einbau aus den Neunzigern – und lässt sich zerstörungsfrei demontieren, statt es abzuschlagen.
Wir sehen deshalb vorher nach, was Schicht und was Struktur ist. Das spart Material, Zeit und Entsorgungskosten.
Abriss neben der Platte
Zwischen den Wohnblöcken steht mehr, als man von der Straße sieht: Garagenkomplexe aus DDR-Zeiten, Nebengebäude, Trafostationen, alte Versorgungsbauten.
Wenn ein Grundstück neu bebaut wird, kommen diese zuerst weg. Das ist Arbeit mit Maschine – aber mit Rücksicht, weil ringsum gewohnt wird und Leitungen quer über das Gelände laufen.
Vor dem ersten Schlag wird deshalb geklärt, was unter der Oberfläche liegt. Ein gekappter Fernwärmestrang legt hier nicht ein Haus lahm, sondern einen halben Block.
Mehr dazu: Garagen abreißen, Abbrucharbeiten, Industrierückbau.
Was Auftraggeber hier meistens fragen
Können zwei Wohnungen zusammengelegt werden?
Das entscheidet die Statik, nicht der Wunsch. Ein Durchbruch in einer Schottenwand ist in begrenzter Breite möglich, braucht aber Berechnung und Träger. Wir sagen Ihnen früh, ob sich der Aufwand lohnt – bevor Sie einen Planer bezahlen.
Was ist mit den alten Einbauschränken?
Die kommen heraus. Sie sind meist nichttragend und lassen sich zerstörungsfrei demontieren. Das Holz wird getrennt gesammelt.
Dürfen wir den Estrich herausnehmen?
Auf den Deckenplatten liegt in der Regel ein schwimmender Estrich auf Dämmung. Der kann heraus. Wichtig ist, die Deckenplatte darunter nicht anzuschlagen – deshalb arbeiten wir dort mit begrenzter Schnitttiefe.
Und wenn Schadstoffe auftauchen?
Dann wird an dieser Stelle gestoppt. In Bauten dieser Zeit sind alte Bodenkleber und Dämmungen die üblichen Kandidaten. Wir melden es mit Foto, Sie entscheiden über die Beprobung, die Sanierung macht ein Fachbetrieb.
Was passiert mit dem Material?
Getrennt wird schon in der Wohnung: Holz, Metall, mineralischer Bauschutt und Restmüll jeweils für sich. Sortenrein ist die Entsorgung günstiger als eine Mischmulde. Wie wir entsorgen.
In der Platte entscheidet der Grundriss, nicht der Hammer.
So arbeiten wir
Sie sprechen mit dem, der die Arbeit macht. Wer zur Besichtigung kommt, macht auch den Preis – und steht am Tag der Arbeit selbst im Staub.
Die Bilder auf dieser Seite sind von unseren eigenen Baustellen. Kein Bild ist gekauft, keines gestellt.
Erst schauen, was tragen muss
Schicken Sie uns die Adresse und ein paar Fotos, oder lassen Sie uns vorbeikommen. Wir sehen uns den Grundriss an, klären mit Ihnen, was überhaupt weg darf, und schicken das Angebot nach Positionen.