Bodendemontage
Die Decke von unten ist der Boden von oben.
Abgehängte Decken, Rasterdecken und Verkleidungen zurückbauen – samt allem, was über Jahrzehnte darüber gelegt wurde. Es ist fast immer mehr, als von unten zu sehen ist.
Wie eine Decke zurückgebaut wird, hängt daran, wie sie einmal gebaut wurde. Vier Arten kommen in Berlin regelmäßig vor.
Der Bürostandard: Mineralfaser- oder Metallplatten liegen lose in einem sichtbaren T-Profil-Raster. Der einfachste Fall – die Platten werden herausgehoben, das Raster abgehängt.
Beplankung auf einer Unterkonstruktion aus Metallprofilen oder Holzlatten, verspachtelt und gestrichen. Von unten sieht sie aus wie eine massive Decke. Sie muss aufgeschnitten und in Bahnen abgenommen werden.
Holz- oder Kunststoffpaneele auf Lattung, häufig aus den Siebzigern und Achtzigern. Oft verbergen sie eine intakte Stuckdecke darunter – deshalb lohnt hier ein Blick, bevor grob gearbeitet wird.
Im Altbau: Putz auf Schilfrohrmatten oder Drahtgeflecht, direkt unter der Balkenlage. Keine abgehängte Decke im eigentlichen Sinn, aber ein häufiger Rückbaufall – und einer, bei dem sehr viel Staub entsteht.
Eine abgehängte Decke ist selten nur eine Decke. Sie ist ein Hohlraum, in dem über Jahrzehnte Technik verlegt wurde – meist ohne Plan und ohne Beschriftung.
Leitungen für Beleuchtung, Netzwerk, Alarm und Kasse. Häufig mehrere Generationen übereinander, davon einige stromlos – aber welche?
Kanäle, Auslässe, Flexrohre. In Gewerbeflächen oft bis übers Dach, mit Brandschutzklappen an den Wanddurchführungen.
Wo vorhanden, darf daran nur der Fachbetrieb arbeiten. Die Anlage muss vorher außer Betrieb genommen werden.
Mineralwolle als Schall- oder Brandschutz. Bei Material aus der Zeit vor 1996 sehen wir genau hin (siehe unten).
Deshalb öffnen wir bei der Besichtigung eine Platte und schauen hinein. Was dort liegt, bestimmt Aufwand und Reihenfolge mehr als die Deckenfläche.
Dämmwolle, die vor 1996 eingebaut wurde, kann lungengängige Fasern freisetzen. Sie gilt als krebsverdächtig und wird anders behandelt als moderne Wolle: mit Schutzausrüstung und in geschlossenen Säcken.
Erkennen lässt sich das Alter nicht am Aussehen. Im Zweifel wird das Baujahr der Deckenkonstruktion zugrunde gelegt – und vorsichtig gearbeitet.
In Deckenhohlräumen hängen mitunter schwere Dinge: Lüftungsgeräte, Kabeltrassen, Rohrleitungen. Wird die Unterkonstruktion gelöst, ohne dass klar ist, was daran hängt, kommt alles auf einmal herunter.
So arbeiten wirÜber Kopf gibt es keine zweite Chance. Man macht das langsam, oder man macht es einmal falsch.
Deshalb wird abschnittsweise gearbeitet: erst die Beplankung öffnen, dann sehen, was hängt, dann lösen.
Eine abgehängte Decke ist damit einer der Fälle, in denen sich Trennen am deutlichsten auszahlt: Metall bringt Geld, Gipskarton wäre im falschen Container teuer. Mehr dazu unter Entsorgung und Container.
In Büro- und Gewerbeflächen ist eine abgehängte Decke oft mehr als eine Verkleidung. Sie ist Teil des Brandschutzkonzepts.
Manche Deckensysteme haben eine geprüfte Feuerwiderstandsdauer. Sie schützen die Konstruktion darüber und dürfen nicht einfach entfernt werden, solange das Gebäude in Betrieb ist.
Ob das bei Ihnen zutrifft, steht in der Baugenehmigung oder im Brandschutznachweis. Wir fragen bei Gewerbeflächen danach, bevor wir ein Angebot machen.
Wo Lüftungskanäle durch Wände gehen, sitzen Klappen, die im Brandfall schließen. Sie sind prüfpflichtig und dokumentiert. Wird eine entfernt, ist das zu melden. Eine beschädigte Klappe kostet mehr als der ganze Deckenrückbau – deshalb lassen wir sie in Ruhe, bis der Fachbetrieb da war.
Sind sie vorhanden, arbeitet daran ausschließlich der Fachbetrieb. Die Anlage muss vor dem Rückbau außer Betrieb genommen und danach wieder angemeldet werden. Ein versehentlich geöffneter Sprinkler setzt eine ganze Etage unter Wasser.
Über der Decke hängt oft mehr Verantwortung als Material. Deshalb wird dort erst gefragt und dann geschraubt.Bei Gewerbeflächen unser erster Punkt
Bei einem Ladenrückbau gehört diese Klärung zur Vorbereitung: Was gehört dem Vermieter, was ist Teil des Brandschutzes, was darf tatsächlich weg?
Anders als in der Wohnung kann eine Gewerbedecke selten am Stück verschwinden. Meist hängt Technik darüber, die noch gebraucht wird oder fachgerecht abgeklemmt werden muss.
Bewährt hat sich dieser Ablauf:
In der umgekehrten Reihenfolge steht die Decke offen, während auf Termine gewartet wird.
Bis hierher ging es um alles, was unter der Decke hängt. Manchmal ist die Decke selbst gemeint – und das ist eine andere Größe.
Eine Berliner Altbaudecke besteht aus Holzbalken, einem Einschub und einer Schüttung aus Sand, Schlacke oder Bauschutt. Pro Quadratmeter liegen dort schnell 200 Kilogramm, die nach unten abgetragen werden müssen.
Der Rückbau erfolgt deshalb von oben: erst die Dielen, dann die Schüttung, dann der Einschub. Die Balken bleiben stehen, solange nichts anderes vereinbart ist – sie tragen das Geschoss.
Wo nur der Deckenputz gemeint ist, ist die Sache kleiner, aber schmutziger. Alter Kalkputz auf Schilfrohrmatten kommt in großen Stücken herunter und staubt erheblich. Hier gelten dieselben Regeln wie bei jedem staubintensiven Rückbau: Abschottung, Absaugung, verschlossener Abtransport.
Sagen Sie uns vorher, welcher der beiden Fälle gemeint ist. Zwischen „die Decke muss runter“ und „der Putz muss ab“ liegen mehrere Tage Arbeit – und ein deutlicher Unterschied im Preis. Ein Foto von unten reicht uns meist schon, um die Bauart einzuordnen.
Erstaunlich oft ja. In den Siebzigern und Achtzigern wurden viele Berliner Stuckdecken abgehängt, statt sie abzuschlagen – die Verkleidung war schneller und modern.
Wir öffnen deshalb erst eine kleine Stelle, bevor wir großflächig arbeiten. Wenn Stuck darunter liegt, ändert das die Vorgehensweise grundlegend.
Bei Rasterdecken im Büro meist 20 bis 40 Zentimeter, weil dort die Technik Platz braucht. Bei einer einfachen Gipskartondecke oft nur 5 bis 15 Zentimeter.
Einbauleuchten kommen mit heraus. Wichtig: Der Stromkreis muss vorher freigeschaltet sein. Leuchtstoffröhren und Energiesparlampen nehmen wir getrennt mit – sie enthalten Quecksilber und dürfen nicht in den Container.
Bei Büro- und Gewerbeflächen ist das die Regel. Wir arbeiten abschnittsweise, mit Staubschutz zum Nachbarbereich, auf Wunsch außerhalb der Geschäftszeiten.
Über Kopf zu arbeiten, während darunter jemand am Schreibtisch sitzt, geht allerdings nicht – der jeweilige Abschnitt muss frei sein.
Eine Rasterdecke geht schnell – mehrere hundert Quadratmeter am Tag sind möglich, wenn der Raum leer ist. Eine geschlossene Gipskartondecke mit Technik darüber dauert deutlich länger.
Eine geöffnete Platte zeigt, was über Ihrer Decke liegt. Danach steht der Preis, schriftlich.
Die Decke von unten ist der Boden von oben.
Abgehängte Decken sind dort fast immer dabei.
Wenn nicht nur die Decke, sondern alles herausmuss.
Metall bringt Erlös, Gipskarton gehört getrennt.